Kein Schutzengel
Shownotes
72.800 - das ist die Zahl der tatsächlich gemeldeten Fälle von Kindeswohlgefährdung im Jahr 2024 in Deutschland. 239.400 - das ist die Zahl der Verdachtsmeldungen, die von Behörden im Vorfeld geprüft wurden. Diese beiden erschreckend hohen Zahlen sind Zahlen aus dem Hellfeld. In der aktuellen Folge von Verschlusssache haben wir einen Gast, der seine polizeiliche Karriere und besonders Leistung, diesem Deliktsfeld gewidmet hat: Gina Graichen erzählt von ihren Anfängen in einer von Männern dominierten Polizei in einer Spezialeinheit, bis zur Gründung des LKA 123, das sich bis heute der Bekämpfung von Misshandlung und Vernachlässigung von Schutzbefohlenen verschrieben hat - insbesondere dem Wohl und Schutz von Minderjährigen. Diese Folge ist hart. Aber eben auch die Realität.
Hilfsangebote: https://www.berlin.de/polizei/aufgaben/praevention/gewalt/artikel.125035.php
Informationen zur Polizei Berlin, u.a. zur Bewerbung gibt es hier: https://110prozent.berlin/
Bei Fragen und Anmerkungen kontaktiert uns gerne unter: PodcastVerschlusssache@polizei.berlin.de
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00:00:00: In der aktuellen Folge geht es um den sexuellen Missbrauch an Kindern sowie Gewalt an Kindern und Schutzbefohlen.
00:00:06: Wenn ihr ein Problem mit diesem Thema habt, dann könnt ihr diese Folge gerne skippen!
00:00:21: Also unsere Zuhörer in Wissner mittlerweile, dass wir Aufnahmetage haben und die Folgen nicht genau an dem Tag aufgenommen werden, an dem sie erscheinen.
00:00:32: Wir sind nicht live?
00:00:34: Liebe Freunde!
00:00:38: Das ist ja auch eigentlich schon Verschlusssachetraditionen, dass Sie hier übers Wetter sprechen.
00:00:42: Ja...
00:00:43: Heute Morgen habe ich gedacht, mich trifft der Schlag.
00:00:46: Ich komm hierhin, es sind ja jetzt grade, sonst glaub ich zwölf Grad, vierzehn Grad.
00:00:51: Aber das ist der Unterschied.
00:00:52: die Sonne scheint und du kommst mir im T-Shirt entgegen!
00:00:54: Ja, ich hatte auch Klimaanlage im Auto an.
00:00:56: Das ist doch völlig gestört.
00:00:57: da gehen wir deine Schwitzi Phase jetzt los.
00:01:00: Du siehst das schon?
00:01:01: Es geht
00:01:01: ja schon wieder
00:01:02: los.
00:01:02: Da kamen wir gerade in den Raum und fragten, können wir bitte die Fenster aufmachen und Matty uns darauf finden wie's die sind auf.
00:01:08: Das glaubing guter Hinweis weil alle bewegen sich hier grad.
00:01:11: Und ich glaube die Fenstern werden jetzt erstmal geschlossen.
00:01:16: Da ist das erste, das zweite.
00:01:17: Das macht... Oh doch!
00:01:18: Das machen wir auch
00:01:19: zu?
00:01:20: Wir halten unsere Zuberein.
00:01:22: Für den
00:01:23: Spannungsmoment.
00:01:24: So un-live ist es gar nicht.
00:01:26: Nee.
00:01:26: Es ist zumindest live und mittendrin.
00:01:28: Live und direkt.
00:01:29: So hieß mein Album von den Fantastischen Vier.
00:01:31: Ich glaube so hieß auch meine Tour.
00:01:33: Aber wir sind heute nicht fantastische Vier, sondern eine fantastische Drei heute.
00:01:38: Da geht mir das Herz
00:01:39: an.
00:01:39: Ja, wenn ich nicht ein Einstieg machen darf, klau' ich mir die Überleitung zu unserem Gast!
00:01:43: Das
00:01:44: ist ja...das war nicht mal vorbereitet.
00:01:47: Die
00:01:47: Frage ist was es generell hier vorbereitet?
00:01:50: Nein aber zurück zum den fantastischen Drei.
00:01:52: Wir sitzen nämlich heute wieder zur Drittier und begrüßen so im Fern unseren heutigen Gast Und in alter Mani, nehmt mich...
00:01:59: Mani oder
00:02:01: Manie?
00:02:03: Ich glaube viele würden auch sagen Es ist eine Manie.
00:02:07: Darf sich unser Gast am besten selbst vorstellen, wie wir ihn heute hier begrüßen dürfen.
00:02:13: Ja, wie hätten wir es denn gerne?
00:02:14: Mein Name ist Gina Greichen.
00:02:16: Ich bin seit neun Jahren pansiniert und war früher tätig beim LKA-Einhundertfünfundzwanzig später hundertdreiundzwanziger.
00:02:29: Ist das ausufernd?
00:02:31: Das ist erst mal ein Einstieg.
00:02:34: Wir befinden uns heute thematisch wieder im LK-I für unsere Zuhörer, die jetzt neu dazukommen, des Lk I in Berlin.
00:02:42: Das ist dieses wunderschöne alte Gebäude ... Mitte ist es, das ist Berlinmitte.
00:02:48: Oder ist es Mitte?
00:02:49: Tiergarten!
00:02:52: Ein Jahr da und hab schon wieder hier nur Flausen
00:02:55: im Kopf.
00:02:56: Es ist ein Tiergarten und dort werden die Delikte am Menschen behandelt oder beziehungsweise strafrechtlich verfolgt.
00:03:04: Und das LKA-Zwölf ist.
00:03:08: vor allen Dingen, wo es jetzt auch alles ganz neu ist, würde ich fast schon wieder gar nicht hier ausumfern weil das strukturiert sich immer wieder neu, wir stecken gerade mitten in einer Phase der Umstrukturierung.
00:03:19: aber von dem LKA von den Frauen Greichen gesprochen hat, dass es hundertdrehen zwanzig so heißt das heute auch noch Und die machen die Misshandlung von Schutzbefohlenen.
00:03:28: Stimmt das so, Frau Greichen?
00:03:29: Genau so ist es.
00:03:30: Gott sei Dank!
00:03:33: Gibt es einen zeitlichen Anlass, sage ich mal wie es irgendwie zu dem Dezernat gekommen ist über die Zeit, dass man gesagt wird okay das ist ein Feld.
00:03:44: wir entdecken ja immer neue Deliktsbereiche wo wir sagen ok dann nimmt jetzt die Kriminalitätsbelastung zu wir brauchen da jetzt eine eigene Abteilung für.
00:03:53: Gibt's da so einen Amplauf auf für so'n Hundertdrehenzwanzig?
00:03:56: Ja, das ist ne lange Geschichte.
00:03:57: Da muss ich ein wenig ausholen.
00:03:59: Bitte!
00:03:59: Das
00:03:59: ist vollkommen auch noch.
00:04:01: Vielleicht fangen wir bei Ponzius und Pilatus
00:04:03: an.
00:04:03: Auch schön...
00:04:07: Also zu Beginn der Polizei und der weiblichen Bediensteten die überhaupt dort tätig sein durften, das war kurz nach dem Krieg Frauenüberschuss, Frauen durften auch eine ganze Menge machen.
00:04:24: Aber bei der Polizei waren sie eigentlich nur dazu da Begleitdienste, Dekorationen und so was darzustellen.
00:04:32: Das heißt Sie durften im Bereich der Prostitution die prostituierten begleiten zu Ärzten um ihre Bäckerbuch, so hieß es früher neu strukturieren zu lassen.
00:04:47: weibliche Beschuldigte irgendwohin begleiten und sie durften alles was mit Kindern zu tun hatte, so ein bisschen händeln.
00:04:58: Und das änderte sich dann natürlich schlagartig weil die Frauen immer weiter in die Polizei reindrängten.
00:05:06: und das LKA-I war früher nicht LKA I es war eigentlich schon immer M für Mort.
00:05:15: M hatte sehr viele unterschiedliche Aufgaben.
00:05:18: Unter anderem eben den sexuellen Missbrauch, Vergewaltigung, Mord natürlich und Branddelikte waren glaube ich damals auch schon dabei.
00:05:30: Auf jeden Fall wurden die Frauen dann in erster Linie dort auch verwendet.
00:05:34: in Anführungsstrichen Es kristallisierte sich heraus, dass gerade im Bereich mit den Kindern die Frauen natürlich ja am meisten Erfahrung hatten.
00:05:49: Denn die Frauen haben die Kinder auf die Welt gebracht.
00:05:51: Die Frauen waren zu Hause und haben gekocht und die Kinder gehütet also hatten sie auch am meisten Erfahrungen damit und dazu wurden sie dann eben auch eingesetzt.
00:06:01: Ich weiß noch als ich in die Kaltstraße kam das war dass es ein einziges Kommissariat gab, das nur mit Frauen bestückt war und die kümmerten sich tatsächlich um sexuellen Missbrauch an Kindern.
00:06:22: Das Kommissariat bei dem ich dann aufschlug – das war damals im Drei-Eins – war auch nur aus Frauen zusammengesetzt und kümmerte sich um, das war ein sehr großes Gebiet, was sich immer wieder verändert hat.
00:06:37: Und später eben auch dann verkürzt wurde, kümmert sich um Kindesmisshandlung, Kindesvernachlässigung, Tötung von Kindern bis zu drei Jahren, Kindeszentziehung, Kindesaussetzung also alles rund ums Kind sozusagen.
00:06:55: Da war eine ganz klare Linie.
00:06:57: heute ist es ja wenn ein Kind tot aufgefunden wird oder getötet wird von den Eltern.
00:07:04: Es ist ja Sache der Mordkommission, früher war das noch wirklich aufgeteilt.
00:07:09: Kleine Kinder bis sechs Jahre wurden bei M-III bearbeitet.
00:07:13: alles andere ging zur MordKommission.
00:07:16: Im Laufe der Zeit also es waren wie gesagt auch dann nur Frauen als kleinen Ausflug.
00:07:22: ich bin da wie gesagt in den Jahr fournachtzig hingekommen nach meiner Ausbildung die an der Fachhochschule hatte und dann eben in den drei Abteilungen, wir hatten schon kurz darüber mal ausgetauscht.
00:07:36: Nach der Prüfung drei Optionen also einmal damals die Sofortbearbeitung jetzt K-I Dann für mich ein halbes Jahr VB II Also örtliche Kriminalität sehr eindrucksvoll Betrugsdelikte das hat mich gar nicht so angesprochen.
00:07:55: Und als dritte Stelle bin ich dann zum MEK gegangen.
00:08:02: Und dort war eben die Zusammenarbeit für mich, als Frau fast ausschließlich mit Männern.
00:08:10: Es ist ein anderer Ton, wenn nur Frauen miteinander arbeiten wie ich dann schmerzlich in der Zeit vierundachtzig feststellen musste, als ich nämlich zu M-dreieins gewechselt
00:08:18: habe...
00:08:20: Und da wirklich nur Frauen und in erster Linie eigentlich, damals aus sehr sichtig war neunundzwanzig als ich dahin kam.
00:08:27: Alte Frauen die auch ihrer eingefahrenen Schienen hatten.
00:08:33: das machen wir nicht und das haben wir schon immer so gemacht.
00:08:36: Waffe mit rausnehmen zum Tatort um Gottes Willen Die auch gar nicht gerne herausfuhren was nun eigentlich schon mein Metier war die ganze Zeit vorher.
00:08:47: Das war natürlich ein bisschen schwierig.
00:08:50: Hinzu kommt das, da ging es ja mit der Fahrhochschule, also Fahrhochschule fängt, glaube ich, in den Jahr und neunzehntig an.
00:08:57: Dass sie überhaupt die Fachhochsschule aufgebaut haben, Fachhochschuhe für Verwaltung und Rechtspflege, dass man also gleich nach dem Abitur in ein Studium einsteigen konnte, ein dreijähriges Wechselpraxis- und Theorie sozusagen.
00:09:11: Und in den Neunzehn-Siebzig gab's eine Polizeireform wo Mann und Frau dienstlich gesehen gleichgestellt wurden.
00:09:19: Das heißt also die Frauen, die mussten dann auch an der Waffe ausgebildet werden was vielen gar nicht gut gefallen hat weil das wollten sie nicht.
00:09:28: aber um da tätig zu sein bei der Polizei mussten sie eben auch eine Waffe tragen.
00:09:34: Viele konnten gar nicht schwimmen, was sich dann auch ausgestellt hat.
00:09:37: Mussten dann also fürchterliche Sportstunden da oder haben das irgendwie anders?
00:09:42: Möchtet Uriani vertiefen!
00:09:47: hat sich bestimmt viel getan, aber ich höre Parallelen aus ihren Erzählungen.
00:09:52: Zum
00:09:52: Fahrparallel denke ich mir auch die ganze Zeit Jaak habe ich auch so kennengelernt.
00:09:57: Wir gucken uns an zu schieben an denken und sagen okay das ist so lange dann doch schon!
00:10:04: Ich glaube da wird es sich immer wieder irgendwie sowas ergeben wo man Paralleln zu früher sieht.
00:10:10: Aber es ist ja heute nicht wegzudenken von diesem ganzen Beruf wenn wir hier diese Ausbildung haben.
00:10:15: Das hatten wir auch schon mal thematisiert, dass bei uns aus dem Schuljahr auch manche ausgestiegen sind.
00:10:18: Weil sie eben nicht Waffenträgerin jetzt eben ich sprech in dem Fall von der Frau jetzt gerade nur dann ausgestigen ist weil sie das nicht wollte und ja.
00:10:28: aber es ist trotzdem irgendwie von der Straße nicht wegzudenken dieses ganze Metier plus das eben durch diese oder die Gleichstellung die er erfolgt ist, das ja irgendwie auch sein musste wenn man denn eben aktiv dann diesen Dienst wie Sie sich ja dann auch beschreiben weiterführen wollte?
00:10:43: Oder gab's einen Da andere Varianten.
00:10:47: Naja, also dadurch wie gesagt dass ich nur aus dem Bereich MEK kam da war ich fünf Jahre tätig.
00:10:53: Da waren wir ständig unterwegs mit allem möglichen Wir mussten Festnahmen machen.
00:11:00: Wir musten die Kollegen schützen und uns schützen.
00:11:02: Also das war für mich dann auch eine Sache wo ich gesagt habe Die Waffe ist wichtig, auch für mich.
00:11:09: Weil ich ein Täter-Klientel kennengelernt habe, die eben nicht davor zu rückschrecken würden, die Waffe zu ziehen und auf mich zu zählen und dann auch abzudrücken.
00:11:19: Dann ist eben die Frage wer jetzt eher oder ich?
00:11:22: Und insofern ergab sich für mich da überhaupt gar keine Problematik anders bei den anderen alten Frauen da.
00:11:31: Ja das war schon... es war schwierig.
00:11:32: Es war wirklich schwierig weil Ich von Anfang an überall zu kämpfen hatte, weil Frauen noch nicht so großartig häufig verwendet wurden und uns wurde schon auf der Fachhochschule eingebläut sozusagen.
00:11:50: Ihr seid hier alles die kommenden Führungspersonen und ihr werdet alle Entführungspositionen verwendeten und das wollten wir eigentlich überhaupt nicht.
00:11:59: Wir waren relativ coole Gruppe von sechzehn Leuten.
00:12:03: Das war also aus der Schule, halbes Jahr Pause Widerschule und das war wie eine Klassengemeinschaft.
00:12:12: Und
00:12:13: sie waren Jahrgang S-Twenty vorgleichen.
00:12:16: Es klingt nämlich so wach
00:12:19: auf Sieg
00:12:20: von Nuss.
00:12:21: Interessant!
00:12:21: Ich finde wir haben uns ja gerade wieder angeguckt.
00:12:24: Das ist ja verrückt oder?
00:12:28: Also... Uns wird immer noch erzählt, dass wir alle Führungskräfte sind.
00:12:32: Ich muss dazu sagen bei uns hat es bis auf wenige bei fast allen auch geklappt.
00:12:40: Ist das, wie sagt man der Drive gewesen damals zu sagen wenn ich zur Fachhochschule gehe?
00:12:45: Weil es gab ja damals auch den mittleren Dienst.
00:12:48: Wenn ich zur Fachhoch-Schule gehe dann gehe ich dorthin weil ich einmal Führungskraft in der Polizei werden möchte.
00:12:53: oder war das gar nicht so... Also die Ambition hatte ich nicht als ich an einer Fachhochschule angefangen
00:12:58: habe.
00:12:58: Nein ne!
00:12:58: Es wird ja trotzdem gesagt
00:13:00: Weißt du, was ich mein?
00:13:01: Ich wollte zu Kripo nicht... Genau.
00:13:02: Ich meine der gehobene Dienst hat trotzdem das wir irgendwie daraufhin ausgebildet werden für uns oder potenzielle Führungskräfte dann zu werden.
00:13:10: aber dadurch dass wir die Laufbahn für die Kripa haben ist es gar nicht mal so eine Ambition, dass jeder direkt sagt er da jetzt hinkommt und der generell das Studium ja
00:13:20: Auf gar keinen Fall möchte ich Führungskraft werden.
00:13:23: Das sagen alle!
00:13:26: Hat sich auch nicht gelten, dass
00:13:28: das so geil ist.
00:13:28: Nein also es war auch überhaupt gar nicht mein Anliegen weil ich nach dem Abi natürlich überlegt habe was machst du denn?
00:13:34: Also ich hatte jetzt nicht wie viele die schon mit fünf sagen Ich werde Tierarzt oder ich werde Feuerwehrmann und wären's dann auch... Ich hatte da keine Ideen.
00:13:42: Ich weiß, mein Vater war im Polizeibereich ganz früh tätig.
00:13:47: Und er hat immer Geschichten erzählt hier aus dem alten Berlin im wahrsten Sinne des Wortes weil der war im Umland von Berlin bei der Polizei und das hat mich sehr angesprochen.
00:13:57: Meine Schwester die älter ist als ich Die hatte nach ihrem Abi kurz erwogen Auch sich damals noch zur weiblichen Kripo.
00:14:06: Da gab es diesen Studiengang da noch gar nicht zu bewerben, hat das dann aber irgendwie verworfen und ist Lehrerin geworden?
00:14:14: Und dann war's nun an mir!
00:14:16: Ich wusste nicht, dass die Lehrerin ja vielleicht... Gut, dass ich sie nicht gemacht habe, möchte ich heute sehr.
00:14:23: Und ich habe dann in der Morgenpost ein Artikel... Ja, Artikel war kein Artikel, sondern eine Anzeige.
00:14:29: Riesengroß, eine abgebildete Kripomarke Kriminalpolizei und dann ganz groß darunter, KRIPO-Studienfragezeichen.
00:14:38: Und das hat mich angesprochen.
00:14:39: Daraufhin habe ich das gelesen und dachte ja, es klingt gut!
00:14:44: Aber da war wirklich meine Intention nicht, ich gehe dahin und werde jetzt Führungskraft.
00:14:48: Das war einfach so.
00:14:50: der Zweikripo.
00:14:52: Ermittlungsarbeit mit Leuten zusammenreden... Das hat mich wie gesagt angesprochen, hat mich beworben.
00:14:58: War auch nur die einzige Bewerbung, die ich gemacht habe, bin auch genommen worden.
00:15:02: Also ganz anders als vielleicht heute so, wobei bei der Polizei nimmt man ja auch gerne Leute.
00:15:09: Das ist die schönste Formulierung Markus, die ich... Geht's?
00:15:14: Markus krimpt gerade mit
00:15:17: sich!
00:15:19: Ich will gut die Aussage.
00:15:20: Das
00:15:20: war die schöneste Formulierung, die für den Personalmangel je gehört habe.
00:15:25: Bei der Polizei nimmt man auch gerne ... Jeden war das ...
00:15:29: Nee, jeden hab ich nicht gesehen.
00:15:32: Wie war Ihre Formulierung?
00:15:33: Das kann
00:15:33: ich gar nicht mehr wiedergeben!
00:15:36: Aber ja man nimmt gerne und wir brauchen auch immer noch gerne.
00:15:40: Man nimmt gerne an.
00:15:40: Ja genau, man nimmt.
00:15:41: So, das kommt ja dazu.
00:15:42: Es ist ja nichts Neues, dass wir Personalmangel haben.
00:15:45: Nein!
00:15:47: Das war kein Fall...
00:15:48: Danke, dass Sie da waren.
00:15:50: Wir
00:15:51: reden mal auf Mikrofon.
00:15:53: Nein!
00:15:54: Aber sie haben ja auch gerade schon mal angedeutet ... Als sie dann zum ... Ich nenn M-Drei, ich hieß das damals?
00:16:02: Dass es für sie, dass die ordentlich zu kämpfen hatten, weil das sehr festgefahrene Struktur war und erst mal fiel ich saugwohl, dass sie da beim MEK waren.
00:16:10: Das ist ein ziemlicher ... Also das ist ziemlich cool.
00:16:13: Ich wollte ganz sagen Boss-Move, aber das wäre glaub ich richtig cringe weil es sagt man gar nicht mehr und ich find's auch schon selber peinlich dass ich gerade so was wie Cringe sage.
00:16:20: Ja also... Aber ich finde es ist ein ziemlich cooler Move beim MEK damals zu gewesen sein, weil ja auch das kann ich mir vorstellen war für sie wahrscheinlich oder vor allen Dingen die männlichen Kräfte dort auch nochmal eine andere Herausforderung als das heute ist, weil heute hab' ich das Gefühl ist das gar nicht mal so?
00:16:37: Also zumindest von den Leuten vom MEK die wir kennen Markus alle sehr offen und sehr toll, und sehr weltoffen vor allen Dingen.
00:16:45: Ja deswegen, weil ich erinnere mich an diese Folge die wir mit den beiden vom MEK gemacht haben.
00:16:50: Ich
00:16:50: muss auch mal legen wie ... ich muss mal gucken ihre Tarnnamen.
00:16:54: Die Tarnamie
00:16:55: war so nur auf wie die Folge gießt oder deswegen habe ich gerade
00:16:57: schon
00:16:59: überlegt aber das ist natürlich alles so irgendwann dass
00:17:03: die
00:17:03: Frauenquote halt in den Bereichen irgendwann zugenommen hat.
00:17:07: Ich will diesen Wiederwählen so von wegen.
00:17:12: Will ich irgendwie eine Waffe ausgewählt werden?
00:17:14: Eigentlich will ich das gar nicht und will es hier weitermachen, aber es ist ja irgendwie obsolet dann auch das trotzdem umzusetzen wenn man denn ja irgendwie weiter den Dienst vollziehen möchte.
00:17:25: Ja, war viel spannender finde ich.
00:17:27: Dann kommen sie da ins LK-I.
00:17:28: Ich bin da jetzt selbst seit einem Jahr und wir sind ja durchmischt.
00:17:32: Da sind viele Frauen und viele Männer bei vielen Frauen sitzen... Also viele Kräfte generell sowohl Männer als auch Frauen habe ich das Gefühl die wurden im Lk I als Polizist in den Geboren und gehen dort auch irgendwann wieder.
00:17:44: Jetzt haben wir letzten Kollegen verabschiedet.
00:17:46: Da gab es dann im Wochenreport auch ein richtig gutes Ding, so einen ganz langen Artikel und da gibt's mal ein Fotos von dem, wo wir sagten krass das sind so richtig alte Fotos!
00:17:54: Und der hat sein Leben lang das gemacht?
00:17:57: Das bin ich halt immer sehr beeindruckend dass wenn man sich so vorstellt für einen selbst ist das ja alles sehr neu.
00:18:02: Ich bin jetzt wirklich fast über ein Jahr jetzt da Und ihr habt ganz lange schon mal Akkustur.
00:18:08: Was hab ich schon als erlebt?
00:18:11: Nein, aber man fühlt sich da sehr heimisch und es ist für einen so selbstverständlich, da morgens hinzugehen.
00:18:16: Man kennt die Leute unten an der Hauswache, man grüßt sich, man kennt die meisten Gesichter aus dem Haus und wenn ein neues Gesicht da ist ... Oh wer war das denn?
00:18:24: Das hält einem auf!
00:18:25: Als ich davon im Jahr durch die Gegend geeiert bin, ist mellianisch aufgefallen
00:18:28: ne?!
00:18:29: Das finde ich schon sehr spannend, wenn man dann den Ganzen wandelt über dreißig Jahre.
00:18:34: Waren Sie nur im LKA-Eins zum Schluss?
00:18:36: Also seitdem sie bei M-III angekommen sind, waren Sie die ganze Zeit über im LKA Eins?
00:18:41: Ich hatte in meinem dienstlichen Leben nur zwei Dienststellen.
00:18:45: Krass!
00:18:45: Es war MEK fünf Jahre eigentlich drei Dienststellen weil als ich beim MEK war bin ich dann auch noch rekrutiert worden für die Verhandlungsgruppe.
00:18:55: Ah
00:18:55: okay
00:18:56: So und das lief also parallel.
00:18:59: Dann bin ich nach fünf Jahren MEC, bin ich zu M-III gegangen.
00:19:04: Hab das aber mit der Verhandlungsgruppe weitergemacht?
00:19:06: Sehr zum Ärger von allen Kollegen.
00:19:08: Das wollten die überhaupt nicht.
00:19:10: Eine andere Geschichte!
00:19:13: Und habe dann bis zu meinem dienstlichen Ende im Jahr zwei Tausend siebzehn Verhandungsgruppe und dann LKA I gemacht.
00:19:23: was anderes hab' ich so nicht gesehen.
00:19:26: Das ist
00:19:26: so krass, weil dann kriegt man ja noch mal ganz... Also noch viel mehr mit als wenn man jetzt schon in einem piseligen Jahr was ja wirklich piselig dagegen ist.
00:19:35: Also das stelle ich mir sehr spannend vor!
00:19:37: Sie haben dann gesagt sie sind da angekommen und sind da erstmal für Konfliktpotenzial oder haben Konflikpotenziale mitgebracht?
00:19:45: Das darf
00:19:45: ich
00:19:45: gerne nochmal drauf zurückgehen, weil sowas interessiert mich immer am meisten.
00:19:49: Ich finde es immer gut für Frauen so ein bisschen..
00:19:51: Den
00:19:51: Laden aufmischen.
00:19:53: Für die Formulierung habe ich auch schon mal Ärger gekriegt in den Kommentaren, weil der Laden die Polizei
00:19:58: aufmischt.".
00:19:59: Ja ja, Laden ist das schon irgendwo.
00:20:01: Danke,
00:20:01: dass Sie das sagen.
00:20:02: Man
00:20:02: bedient sich!
00:20:05: Also dazu muss ich nochmal zurück.
00:20:06: Als ich aus der Fahrhochschule ausgestiegen bin sozusagen und meine ersten Schritte da gemacht haben... Das war natürlich hier werdet alle Führungspersonal macht euch keine Sorgen.
00:20:18: Bin ich auf ein so genanntes RKB gekommen?
00:20:21: Revier-Kriminalbüro, so hieß das.
00:20:24: Das war am Kotschumacherdamm wunderbar weil ich wohnte in Schmagendorf und das ist ein Rheineckendorf schon mal die Strecke von einer Stunde morgens.
00:20:33: Sie hatte kein Auto zu der Zeit.
00:20:34: also es war ganz schön furchtbar so und das waren eine zusammengewürfelte Dienststelle sozusagen daher Revierkriminalbühre, Choupon & Crippon.
00:20:44: Die Kollegen von der Choupo waren alle total nett zu mir.
00:20:48: Die fand es auch ganz toll, dass da eine Frau gekommen ist.
00:20:51: Die von Akripo – das war so ein bisschen schwierig weil ich glaube die erste Frau war und dann noch von der Fachhochschule.
00:21:02: Man hat also erwartet und das wurde auch deutlich gesagt wenn du hier von einer Fachhochschule kommst, dann weißt du ja alles.
00:21:09: Damals war das noch üblich, dass man nicht mal so eine halbe Jahr Theorie hat und in die Praxis kommt.
00:21:16: nein!
00:21:17: Vereinigung, nächsten Tag gleich Revierkriminalbüro.
00:21:21: Und ich hatte von Tuten und Blasen keine Ahnung!
00:21:24: Ich wusste nicht was ist eine Anzeige?
00:21:26: Ich wuste nicht, was ist ein Bericht?
00:21:28: Vermerkt wie schreibt man das?
00:21:30: Was sind es für Vordrucke?
00:21:31: Aber ich musste das ja wissen, ich kam ja vor einer Hochschule.
00:21:34: Das war so schlimm dass ich nach zwei Tagen zu Hause gesagt habe... ...ich gehe da nicht mehr hin, ich kündiger Was offensichtlich viele Leute schon mal so für sich.
00:21:51: Aber ich finde diesen Bruch, wie sie sagen ja man hat ihn auch mitgemacht.
00:22:00: Man hatte diese Vereidigung da irgendwie gehabt und am nächsten Tag hier sind deine vierzig Akten.
00:22:08: Ja, okay.
00:22:08: Gut wir hatten jetzt mal
00:22:10: fünf Wochen Praktikum.
00:22:12: Ja so jeweils dann ein paar Wochen wo wir mal reingeschnuppert haben.
00:22:15: aber es war auch so ja und ich hatte noch einen Mitabsolvent bei mir mit auf der Dienststelle und wir saßen am nächsten Tag in Erzeugenvernehmung irgendwo an der Schule.
00:22:24: Wir haben gesagt so machen wir gestern doch irgendwie gerade mal hier deinen.
00:22:29: Kannst du noch vormittags ein Set getrunken?
00:22:31: Die
00:22:31: Papiere und alles bekommen.
00:22:33: Und jetzt sitzt du hier und denkst dir so, es ist irgendwie so eine sehr komische Situation auf einmal diese ganze Verantwortung wo alles gesagt wird Ja na ihr habt das ja gelernt jetzt.
00:22:44: Hatte du das
00:22:45: noch nie?
00:22:46: Wann soll ich das gehabt haben?
00:22:48: Ich hab vor zwölf Stunden noch einen Schädel gehabt!
00:22:52: Du warst doch schon mal hier im Haus Und das finde ich da, da kriegt man ganz schnell die Realitätsklatschen und kann sich auch alle wirklich nehmen.
00:23:00: Das ist ernst weil wir mussten uns das schon anhören von Leuten die frisch draußen waren dass die Praktika sind schön Aber nix mit der Realität zu
00:23:07: tun?
00:23:07: Es ist halt sehr Welpenschutz.
00:23:10: Es ist wirklich so im Nachhinein auch diese...
00:23:12: Glaubt das alles, was die Leute euch sagen?
00:23:14: Das ist wahr!
00:23:16: Wenn ihr Glück habt, meistens finde ich, es ist ein Phänomen, wenn man mit Praktis durchsuchen geht, dass sind reibungslose Durchsuchungen zackt.
00:23:24: Ein Tag weg, dann hat man eine Düsse und denkt sich, was zur Hölle passiert hier gerade schon
00:23:27: wieder?!
00:23:27: Ja, aber es ist so.
00:23:28: Ich war jetzt auf den beiden Dienststellen, wo ich auch in Praktikum war.
00:23:30: Und ich denke beide ganz andere Welpen als irgendwie Im Praktikum erlebter war es so.
00:23:36: die ganze Verantwortung, die mir jetzt irgendwie so bei einem selber liegt und nicht immer gesagt wird.
00:23:40: Ja, das ist ein Fehler du weißt es ja nicht anders man macht einen Praktikum nie.
00:23:44: Ist gar nicht mehr geliebt auch
00:23:45: dass man jetzt selbst praktik praktis hat.
00:23:48: also bei uns im Büro saß ich schon zweimal eine kaka in und einmal kaka so Und ich habe dann nur gedacht Klar bringe ich dir was bei, aber... Ja.
00:24:00: Ich hab auch gesagt so, ich mach das so!
00:24:03: Also wenn du mich fragst und dann krackierst schon von da aus, komm mal her!
00:24:09: Geh dahin, der ist irgendwie viel länger da.
00:24:12: Ich sag' ich mach es so?
00:24:14: Mal gucken wie er so... Du musst deinen eigenen Stil finden, ist auch immer so ne geile Aussage.
00:24:19: Aber ich find das schön dass die ja auch... Ja, so die Ansichten hatten.
00:24:23: ja sie haben der Krawall mitgebracht.
00:24:25: Sie haben andere Ansichten mitgebrach, die man auch irgendwie umsetzt muss.
00:24:28: ich bin ja auch kein Fan davon.
00:24:29: jetzt war hier schon immer so.
00:24:33: Also
00:24:33: wenn manche Sachen ist es ja nicht verkehrt zu sagen das war schon immer.
00:24:37: aber wenn das so der Standard ist dann dann ist es nicht gut.
00:24:41: also ich wollte nur sagen so bin ich eingestiegen.
00:24:44: du weißt dass ja alles musste ja können.
00:24:47: beim MEK war das anders?
00:24:51: Ich war schon mit den Kollegen sehr vertraut.
00:24:56: Wir haben uns blind verstanden, Männer und auch Frauen, obwohl der Frauenanteiler natürlich relativ gering war.
00:25:03: Ich bin da auch erster SB geworden aber man wollte eigentlich so richtig eine Frau als ersten SP nicht haben.
00:25:13: das ist jetzt ne andere Geschichte.
00:25:16: Das
00:25:17: war immer noch so.
00:25:20: Die
00:25:20: Kommissariatsleiter waren alles Männer, es gab eine Kommissarietzleiterin, die war auch sehr gut und hat damit strengen Wesen gekehrt.
00:25:32: Ich musste dann jedenfalls wechseln und dann hat man mir gesagt okay, dann such dir was!
00:25:38: Und mein der damalige Leiter da hatte mir dann mehrere Sachen... zur Verfügung gestellt, ich könnte mal gucken.
00:25:48: Einmal vermissten Stelle das hat mich gar nicht angesprochen.
00:25:51: Ich weiß nicht was das zweite war und das dritte war eben M-三 eins.
00:25:57: Was machen die denn?
00:25:59: Ja da ging dann nach dem grünen Esel.
00:26:02: Früher gab es ja keine Computer und nix.
00:26:04: Da musste man wirklich alles per Hand Und da musste man auch eben gucken und da gab's den grünen Esel.
00:26:10: Das waren Ordner, Grün Alle Verbindungen, alle Telefonnummern.
00:26:17: Alles aufgeschlüsselt und monatlich oder wie sie nicht jährlichkeit gar nicht mehr sagen gab es eben so Sachen die man ersetzen musste wo dann also irgendwie eine neue Form kamen Neue Dienststelle, neue Telefonnummern.
00:26:30: aber dieses Ding war verlässlich.
00:26:31: Man konnte eben reingucken wer macht was?
00:26:34: Guckte unter M, M-Aufgeschlagen Und M-Dreistand eben das was ich vorher schon gesagt hatte.
00:26:40: Misshandlung von Nachlässigung dachte nach ganz toll Ja, dann habe ich noch so ein bisschen überlegt.
00:26:47: Aber das war noch das was mich am meisten angesprochen hat und ich sagte okay, dann mache ich das.
00:26:52: Und habe dann eben zum Oktoberfähren-Achzig dahin gewechselt, kamen da ins Gebäude Keitstraße, man kommt ja erstmal da rein und denkt Was ist das denn hier?
00:27:05: Es ist ja ein sehr imposantes Gebäudee!
00:27:08: Wenn man diese Freitreppe da schon sieht und die Uhr, die da hängt und die Säulen und was weiß ich alles... Man ist sehr beeindruckt.
00:27:15: So ein bisschen wie Kriminalgericht finde ich, das ist ja auch so.
00:27:18: Stimmt in Miniformat
00:27:21: bis ich mich dazu recht gefunden habe mit den siebenfünfzig verschiedenen Treppenhäusern und den Verbindungen.
00:27:29: am Ende wusste ich alles.
00:27:30: Ich kenne sogar den Dachboden und den Keller aus der Westentasche.
00:27:34: Also ich kam da wie gesagt hin, kam ein Kommissariat mit drei Zehnen Leuten.
00:27:39: Eine Kommissarjahrsleiterin eine stellvertretende Kommissaryatsleiteren ansonsten nur bis auf drei glaube ich die da Kaka ZA's waren Frauen natürlich alles Frauen jenseits der fünfzig und das ist schon kulturschock Vor allen Dingen ich komme von der Straße.
00:28:08: Immer mit dem Auto unterwegs, ständig irgendwo festnahm ich hier.
00:28:12: Observationen was weiß ich dann die zweite Stand bei einem Verhandlungsgruppe.
00:28:16: da ist es ja ähnlich dass man mit allem möglichen zu tun hat.
00:28:20: also Ich war total agil und wurde ausgebremst.
00:28:23: So kommen wir runter.
00:28:25: hier vor allen Dingen gleich.
00:28:27: der erste Hinweis wäre vielleicht ganz gut wenn sie mal ihre alles per sich auch wenn sie mal ihre Kleidung etwas umstellen würden.
00:28:34: Weil ich war es nun gewohnt mit Hosen da rum zu rennen, weil beim MEK eigentlich normal?
00:28:41: War sowieso
00:28:41: normal?!
00:28:42: Da natürlich nicht!
00:28:45: Also Kleiderschrank umgestellt... Dann musste ich lernen, ähm.. Wenn man zum Gericht, das fand ich immer total lustig, wenn man zum gericht muss Ist ja doch immer ein bisschen mit Aufregung verbunden.
00:28:59: Man ist Zeuge und muss da eben seine Ermittlungen preisgeben, was weiß ich?
00:29:03: Aber die Damen dort hatten dann einen Gerichtshut.
00:29:08: Jeder der hin musste nahm diesen Hut und setzte sich den auf... Also ich sehe heute eigentlich keinen mehr mit Hut im Gericht.
00:29:14: Früher musste es anders gewesen sein, dass man also nur als Dame mit Hut hinkam.
00:29:21: Also ich möchte nicht sagen, wie ich schon von Gericht... Ich
00:29:23: würde dich schon gerne mal mit dem Hut sehen.
00:29:26: Der war dann auch irgendwann weg
00:29:28: hatte letztens im Winter als zu gerichten musste eine Mütze auf mit der Sendung mit der Maus die eine Tasse Kaffein hat.
00:29:34: Habt ihr noch schnell abgelobt?
00:29:35: Ich wurde eher aufgerufen, hat sich dachte!
00:29:38: Aber es ist wirklich ein sehr feines Bild was man dann noch irgendwie vermittelt hat oder auch diesen ganzen.
00:29:45: Man versucht irgendwie alle Gleichzustellen und dann trotzdem noch dieses Erwartungsbild der.
00:29:52: Naja,
00:29:53: absolut in diesem Deliktsbereich
00:29:55: also hatten sie alle knielange knöchelange Röcke an oder was?
00:29:58: wie kann ich mir das vorstellen?
00:29:59: Na ja Knöchelnang nicht aber Knie bedeckt auf jeden Fall.
00:30:04: Das war so ja das waren eben diese Einheitsröcke Falten röcke Was weiß Ich Ich fand das abartig.
00:30:12: Also ich fand es insofern auch abartisch, weil das so entgegen meiner ganzen... Das war eben nicht meins.
00:30:18: aber gut, ihr wollt ja da auch einen Moment bleiben wobei ich nach den ersten Wochen dann auch dachte okay ein Jahr gibt's dir und dann bist du hier wieder weg
00:30:28: Ein bisschen länger lang gebaut.
00:30:33: Das Jahr hat sich etwas ausgedient.
00:30:35: Was
00:30:36: war denn so?
00:30:36: der Punkt, wo es sich dann irgendwie geändert hat?
00:30:40: jetzt?
00:30:40: Dass das ein Jahr...
00:30:42: Naja also ich sag mal, das war so die natürlich viele Frauen auf dem Haufen, dass wir später auch nochmal leider irgendwie verstellen müssen haben schon den Trend zum Intrigantentum, so'n bisschen.
00:30:59: Das war natürlich da auch so, dass die hinter dem Rücken dann darum gehächelt wurde.
00:31:03: Mich hat das jetzt für meine Person überhaupt nicht interessiert aber ich hab's dann eben so mitgekriegt und als sie dann ein bisschen Vertrauen gefasst hatten fanden es ja auch ganz cool weil ich konnte mit Funke reden umgehen, konnte die einstellen Ich wusste wie man die lädt, ich wusste auch wie man Waffen auseinander nimmt.
00:31:20: Es hatten wir ja nun tausendmal üben müssen da wo ich her kam von meinem Zuhause damals.
00:31:28: Ich wusste, wie man das reinigt.
00:31:32: Da war dann schon irgendwie so ein Vertrauensverhältnis da und Sie haben auch eingesehen, dass es praktischer ist.
00:31:39: Wir hatten ja einen Tagesdienst.
00:31:41: Das heißt, wo der eingeteilerten Dienstplan den Tagesdienst hatte, der musste bei ankommenden Sofortmaßnahmen rausfahren.
00:31:51: Sie haben dann schon eingesehen... Manchmal, wenn man in irgendwelchen Dreckhöhlen da rum warten musste Besser war mit einer Hose und geschlossenen Schuhe, als mit Stöckelschuhen.
00:32:03: Und das hat sich dann auch so ein bisschen gewandelt.
00:32:05: Überraschend, aber eine überraschende Feststellung wie ich persönlich finde.
00:32:09: Der Revolutionär!
00:32:10: Hättest du mir nicht gesagt in meiner ersten Durchsuchung würde ich heute noch mit meinen Louboutins da rumrennen?
00:32:18: Also ich sag mal im Hochsommer war es ja auch später dann auch.
00:32:21: natürlich sind wir in Kleidern und Rücken rummelaufen Aber wenn ich wusste oder ahnte oder ich habe immer irgendwas zum Wechseln im Schrank gehabt.
00:32:29: also Natürlich fahre ich dann nicht mit dem Rock und Stöckelschuhen, warte dadurch die Fützend.
00:32:35: Das ist untunlich!
00:32:37: Aber da eben erst mal hinzukommen und auch mit dem Waffentragen oder was ich da geredet habe... aber sie haben es dann irgendwann auch gemacht.
00:32:46: Und das war dann also auch schon cooles Miteinander.
00:32:53: Da hatte ich auch so ein bisschen Blut gelegt, weil ich dachte, ich hab's verstanden was die da machen in der Schule.
00:32:57: Also jetzt auf der Fahrhochschule haben wir über diesen Deliktsbereich gar nichts gehört.
00:33:03: Ich habe dann wirklich nachvollziehen können warum wieso weshalb das wichtig ist dass diese Dienststelle da besteht wobei auch im hause M war natürlich diese dienstelle nicht so der Brüller Weil alle dann eben gesagt ja die mit der kinderkacke da ist die mal Das wir nun ständig In dem Dreck der gesamten Familien rumgekramt haben, dass wir auch eine hohe Erfolgsquote in einer Aufklärung hatten.
00:33:31: Dass wir uns um die toten Kinder und die Angehörigen und weiß ich nicht was gekümmert haben.
00:33:37: Das hat aber viel später erst dann irgendwie tatsächlich dazu geführt, das sie gesagt haben ja, die sind gleichwertig!
00:33:44: Und es ist gut, dass die da sind.
00:33:46: Da zwischen kamen natürlich... Wir haben dann angefangen so ein paar vielleicht zwei Jahre nachdem ich da war angefangen, weil wir gemerkt haben die Kollegen sind total unsicher wenn sie am Ort sind.
00:33:58: was mache ich denn jetzt?
00:34:00: Haben wir angefangen Vorträge zu halten insbesondere bei den Schutzpolizisten auf den Dienststellen.
00:34:06: Weil die ja als erster im Ort sind dass Sie gucken konnten wie gehe ich vor?
00:34:12: wen rufe ich an?
00:34:14: Das fing auch an, richtig Früchte zu tragen.
00:34:17: Wir haben dann auch bei der Feuerwehr Vorträge gehalten und fing auch mit Krankenhäusern an.
00:34:23: Und dann war neunzehnundachtzig da, dann kam die Wende.
00:34:27: Und das war ein Schlag ins Kontor!
00:34:30: So krass, wir sind immer noch vor der Wende, ne?
00:34:32: Es ist so krass... Da waren wir doch nicht mal geboren Markus.
00:34:36: Also jetzt kommen wir langsam.
00:34:37: Jetzt
00:34:38: sind
00:34:39: wir in Planung.
00:34:41: Ich war auf jeden Fall da Jetzt bin ich da.
00:34:44: Aber bin ich noch so weit weg von der Polizei?
00:34:46: Ich
00:34:46: noch nicht, auch wenn das gefragt wurde wie die Wende war.
00:34:49: Stimmt!
00:34:49: Du wurdest nicht gefragt wie die wende war?
00:34:51: Habe ich nie erlebt.
00:34:52: Weil du vom Urknall auch erzählt
00:34:54: hast.
00:34:57: Dann kamen
00:34:58: die Wände und dann hieß es was machen wir denn jetzt?
00:35:01: Denn es war klar dass natürlich die Polizei im Ostteil aufgelöst wird Westpolizei zugeschlagen werden wird.
00:35:14: Im Vorgriff hatte ich die ehrenvolle Aufgabe als Pionier in den Ostteil zu reisen und den Kollegen, die für Sexualdelikte und den ganzen anderen Schmunzels von M zuständig waren mal auf die rechtlichen Wege zu bringen.
00:35:33: Das war auch sehr schön!
00:35:34: Die haben auch Frauen ganz toll gefunden.
00:35:39: Das ist jetzt schon so nervig zwischendurch.
00:35:42: Also wirklich, es ist super nervig zwischen durch, dass man sich fragt, was ist los?
00:35:49: Aber wenn man dann wirklich noch in der Zeit war... Noch beschissen, aber also wirklich beschissen.
00:35:55: So ein Korzen muss man anstrengend gewesen sein.
00:35:57: Aber es ist ja die Ostkollegen waren sicher wie Sie schon sagen sehr begeistert von Ihnen?
00:36:02: Naja ich war ja nun Führungspersonal.
00:36:05: Ich war damals erste SB-Innen bei meiner Dienststelle.
00:36:11: Das Führungspersonal das war so Die waren wirklich so.
00:36:15: naja was wollen die uns denn ja erzählen das haben wir auch So, ja, brauchst gar nichts.
00:36:22: Haben wir auch gemacht.
00:36:23: Klar wurde auch über meinen Deliktsbereich da so ein bisschen berichtet aber das war eigentlich nebensächlich.
00:36:28: Es ging einfach um Grundrechte, Strafgesetz für Strafprozessordnung den da einfach mal so ein bißchen auf den Weg zu helfen obwohl sie es nicht so wirklich wollten.
00:36:38: jedenfalls die Führungskräfte Ja.
00:36:41: und dann war klar die Polizei werden zusammengelegt.
00:36:45: leider wird jemand von M in den sauren Apfel beißen müssen und wird in den Osteil wechseln müssen, damit wir da auch ein Standbein haben.
00:36:57: Hura!
00:36:59: Wer war's wohl?
00:37:02: Wissen Sie das
00:37:03: Rätsel?!
00:37:03: Das
00:37:05: waren natürlich ganz M-III die komplette Dienststelle.
00:37:09: also sexualdelikte Vergewaltigung, die Exhibitionisten alle... Die ganze Dienststelle ist an den Alexanderplatz gezogen.
00:37:21: Otto Braunstraße in dieses Gebäude, was heute wunderschön ist.
00:37:25: Ich hatte es später dann, weil ich mit der Senatsverwaltung häufig zu tun hatte öfter wiedergesehen... Es war wie Himmel und Hölle als wir da ankamen umziehenderweise.
00:37:38: Man gemacht sich keine Vorstellung.
00:37:40: die sind daraus und haben alles stehen und liegen lassen Davon abgesehen, dass natürlich auch dort sehr viel Panielholz verwendet wurde was mit Formalterie Hüt getränkt war.
00:37:53: Und das hat der nächste Chaos darauf beschworen.
00:37:57: also wir mussten da groß rein machen.
00:38:01: am liebsten hätten wir uns geweigert dazu bleiben aber es waren.
00:38:03: sie haben gesagt wird nicht ihr schade sein bleiben Sie mal höchstens ein Jahr und dann kommen sie auch wieder zurück in die Keitstraße.
00:38:11: Darf
00:38:11: man immer nichts drauf verlassen?
00:38:14: Wilde Versprechungen, sechs Jahre hat es gedauert.
00:38:18: Doch so
00:38:18: schnell!
00:38:23: Die Kolleginnen bei mir im Musik dazu sagen dadurch dass jetzt natürlich so viele aufeinander kamen.
00:38:29: Polizei wurde aufgeteilt.
00:38:31: eben jeder hat irgendwie jedes Kommissariat hat die Hälfte Ostkollegen dazubekommen.
00:38:36: Dadurch ergab sich, weil wir auch sagten, naja, euch im Osten wird das Kindesmisshandlung gegeben haben.
00:38:41: Auch da werden Kinder vernachlässigt worden sein?
00:38:44: Also würde es vielleicht Sinn machen wenn sich die Stadt jetzt verdoppelt dass man ein zweites Kommissariat aufmacht.
00:38:50: Das war mein Schade nicht, ich wurde Kommissarjatsleiterin des einen Kommissariats Juhu!
00:38:57: Zwar aber der einzige Vorteil Ja, und nachdem wir da alles auf Vordermann gebracht hatten stellte sich dann eben raus dass sehr viele Kolleginnen weil es die Möbel sind ja drin geblieben.
00:39:09: Wir konnten ja unsere Möbeln mitnehmen.
00:39:10: Die mussten da bleiben in der Kaltstraße so durch Auflehnen auf diese Paniel-Teile da das sie hier Ausschlag gekriegt haben.
00:39:20: eine Kollegin die Kontaktlinsen trug Wenn man sich ins Gesicht wird, die hatte dauernd drehende Augen und das war eben auf das Formall der Hüt was da überall vorhanden war zurückzuführen.
00:39:34: Was dann endlich dazu führte dass wir, ich meinem Inspektionsleiter damals die Pistole auf die Brust gesetzt habe und gesagt habe hier in den Räumen nicht mehr.
00:39:47: Dann sind wir umgezogen in andere Räume hin- und her.
00:39:51: also Blasüls ist ja auch egal.
00:39:53: nach sechs Jahren Da waren wir dann aber schon so eingesessen.
00:39:57: Zwei Kommissariate, die Stadt aufgeteilt nicht mehr so wie vorher mit der Mauer, sondern ein bisschen schräg.
00:40:05: Jeder hatte Ost- und Westbezirke in seiner Zuständigkeit.
00:40:08: Und nach sechs Jahren sind wir wieder zurückgezogen in die Kaltstraße sehr zu verfreude aller weil sie natürlich jetzt wieder zusammenrücken mussten.
00:40:16: Wir kamen nun auch noch mit, weiß ich nicht, dreizehn Leute, wann war damals?
00:40:20: oder zwölf?
00:40:21: Wir brauchten mindestens sechs Zimmer und die mussten sich erst mal dann so finden lassen.
00:40:27: Ja, das ging dann eigentlich ganz gut bis zweitausend in dem Dreh.
00:40:34: Und da gab es wirklich im beiden Kommissariaten sehr viele Todesfälle von Kindern also nicht jetzt von den eigenen sondern von fremden Kindern was uns wirklich schier an die Grenze unserer Aufnahmefähigkeit gebracht hat.
00:40:54: Das war im Rhythmus von drei, vier Wochen immer was Neues und das kann man dann irgendwie gar nicht mehr so richtig fassen.
00:41:05: Wir sind alle auf dem Zahnfleisch gelaufen und wir konnten auch nicht mehr wirklich so richtig arbeiten.
00:41:11: aber wir haben es natürlich gemacht Was dann letztlich dazu fühlte dass wir gesagt haben also irgendwie kann es so nicht weitergehen?
00:41:19: Wir müssen irgendwas machen.
00:41:22: Zumal wir festgestellt haben, ich werde gleich ein Beispiel dazu sagen.
00:41:26: Festgestellt haben dass sehr viele Leute irgendwie was wissen aber keinen haben wo sie sich hinwenden können und überhaupt nicht wissen an wen sie sich wenden.
00:41:35: Und die Angst natürlich auch bei den in Ostbezirken die Angst sich überhaupt an Polizei zu wenden das hatten wir vorher schon festgestellt Wenn wir geschrieben haben, wir sitzen Otto Braunstrasse da komme ich nicht hin.
00:41:47: Weil die natürlich wussten das oben im sechsten Stock die Stasi gesessen hatte und die Angst hatten dass die Polizei die jetzt da sitzt genau so ist.
00:41:55: also es war auch immer noch so wie.
00:41:57: man will ja keinen denunzieren und Angst und was weiß ich.
00:42:00: Im zwei tausend zwei wurde dann beschlossen und jetzt kommen wir zu dem Dezernat.
00:42:07: eigentlich Wir waren ja vorher M drei Inzwischen war es dann LKA, LKA-III waren wir ja am Anfang eigentlich noch und es wurde dann beschlossen.
00:42:21: Das hat aber interne Gründe weil ein Brandkommissariat weggebrochen war.
00:42:25: Da fehlte einen Kommissariat und das die gesagt haben Ja okay warum nehmen wir eigentlich nicht jetzt M-三 eins sozusagen zu LKA zwölf?
00:42:35: Und damit wurden wir LKA hundertundzwanzig damals.
00:42:40: Das war die Geburtsstunde Pass.
00:42:42: – Wenn ich mich richtig erinnere, bin ich im Jahr two-thausend zwei.
00:42:46: Ja, dann waren wir auch nur noch ein Kommissariat, was ich als sehr positiv empfunden habe.
00:42:53: Weil es doch….
00:42:55: Ich sage mal in der Auffassung, wann fahre ich raus?
00:42:59: Wann zeige ich mich?
00:43:00: Wanne mache ich was?
00:43:02: Schon teilweise sind ein bisschen unterschiedlicher Auffassungen zwischen den damals noch zwei vorhandenen Kommissarjaten bestanden hatte.
00:43:09: Also ich hatte da eine etwas engere Ansicht.
00:43:11: Ich musste mich dann schon immer mit meiner Kommissarjahrsleiterin im anderen Kommissariat sehr intensiv darüber austauschen, ob ich jetzt rausfahre oder nicht und ob ich das für wichtig halte.
00:43:23: Und was auch immer!
00:43:24: Also ich fand es gut dass jetzt nur noch ein Kommissajahr da war.
00:43:28: Elke auch hundert-vonzwanzig.
00:43:30: Und da nun haben wir überlegt jetzt müssen wir jetzt klotzen war ran?
00:43:34: Wir hatten inzwischen natürlich auch wieder unsere Vortragstätigkeit aufgenommen Auch bei Sozialbehörden, die zwar immer noch sehr zurückhaltend waren was Polizei anging.
00:43:46: Die Zusammenarbeit mit dem Kindernotdienst auch intensiver wurde.
00:43:49: ganz am Anfang als ich zu dieser Dienststelle kam hat der Kindernot-Dienst keinen von einer Polizei ins Gebäude gelassen.
00:43:57: Wir konnten Kinder abliefern aber wir durften nicht mehr rein und wir durfte doch mit den Kindern nicht mehr reden.
00:44:02: Das ist im Laufe dieser ganzen Zeit so aufgeweicht dass wir eigentlich Freunde waren die uns also wirklich angerufen haben, was am Ende dann auch dazu führte.
00:44:16: Dass wir so Telefonnummern ausgetauscht haben wenn wir jetzt draußen am Ort irgendwas haben dass wir dann eben jemanden der vom Kindernotdienst Bereitschaft hatte angerufen und gesagt haben Wir haben hier unsere Sachen gemacht aber jesen Kind muss untergebracht werden Und die dann auch gekommen sind.
00:44:33: Also das war eine sehr coole Angelegenheit.
00:44:37: Dann kamen zwei tausendzwei dieses Jahr, wo eben alle Sekunde ihr fühlten Kind zu Tode kam und wir dann ein Kind hatten.
00:44:49: Wir sind mir alle irgendwo im Gedächtnis geblieben die Tausende ich da bestimmt erlebt habe Ein kind hatten Wo wir angerufen wurden von einem Nachbarn der sagte ja also Da müsste mal die polizei kommen.
00:45:06: Hier in der Nachbarwohnung ist immer so Remy Demi, die schlagen sich.
00:45:11: Die saufen und aus dem höre ich immer ein Kind weinen aber ich sehe das nicht.
00:45:16: Ja Wir haben erstmal einen Funkwagen hingeschickt weil sie am schnellsten am Ort sind.
00:45:21: wenn wir auf einer Kaltstraße nach Spandau gefahren sind dauerte das ja erst mal ewig.
00:45:26: also Funkwagen hin der Funkwang ist hingefahren.
00:45:29: Er hat sich erst mit dem Nachbarn auseinander gesetzt und er sagte, ja das ist da nebenan.
00:45:34: Also geklingelt die machen auf und dann ist alles gut sie schwimmen im blauen Auge.
00:45:38: Na hier war auch nichts.
00:45:40: also sind wieder weg wieder angerufen.
00:45:42: wenn der Nachbar sagt er hört ein Kind weinen Leute versucht in die Wohnung zu kommen so also die sind dann nochmal rein.
00:45:49: und dann haben Sie tatsächlich einen kind gefunden acht Monate alt in einem Gitterbett festgebracht Händchen und den Ärmchen an den Gittern hinter einer Schrankwand, sodass man also gar nicht sehen konnte wenn man reinkam das Hinter der Schrankwand dieses Gitterbett mit dem Kind war.
00:46:09: Das Kind hatte Narben, frische Verletzungen, hat geweint ohne Tränen zu vergießen und so einen sehr eisigen Ausdruck im Gesicht.
00:46:22: Also es wurde rausgenommen.
00:46:23: Krankenhaus die beiden wurden festgenommen Die Frau, er war unter Alkohol.
00:46:33: Es sind immer sehr ausufernde Vernehmungen auch gewesen.
00:46:37: Da muss ja wirklich vom Hundertsens ins Tausend zu kommen um überhaupt einen Zugang zu kriegen.
00:46:41: und irgendwann hat die gesagt sie wollte zwar mal ein Kind aber das ist nur Mädchen geworden.
00:46:46: Sie wollten Sohn.
00:46:49: was für eine Begründung.
00:46:51: Und irgendwie als sie anfing zu krabbeln da hat ihr die Luft zum Atmen genommen.
00:46:56: deswegen hat sich sie da festgemacht kaum gefüttert, dehydrierte Kind war ganz schlimm.
00:47:04: Wir haben dann natürlich im Nachgang mit dem Nachbarn noch mal gesprochen und der sagt ja also er fand es schon ein bisschen älterer.
00:47:11: Er wollte eigentlich immer jemanden anrufen, wusste aber nicht wo und dann hat er sich endlich in Herz gefasst und hat in seinem Telefonbuch unter Jodh wie Jugendamt Da hat aber auch nichts gefunden, wurde dauernd irgendwie so rumvermittelt.
00:47:26: Dann war er endlich bei Landesamt für ... Hat dann eine Nummer gehabt.
00:47:32: Da haben sie ihn wieder in der Warteschleife hängen lassen.
00:47:36: Er hat schon sehr viel Aufwand betrieben um das zu machen.
00:47:38: Jeder Dritte hätte schon gesagt, na hier künd mich mal!
00:47:42: Und er hat dann aber weitergemacht und am Ende war es jetzt tatsächlich beim zuständigen Jugendamt gelandet.
00:47:49: Da ging der AB ran und es wurde gesagt, leider rufen sie außerhalb des Büros Dienstzeiten an.
00:47:54: Bitte melden Sie sich doch morgen ab, weiß ich nicht, neun oder so.
00:47:57: Und da hat er dann gesagt, nein, das ist gut.
00:48:00: Auf ihn legt!
00:48:02: Und weil das nicht aufhört, hat er die Polizei gerufen?
00:48:05: So... Was sagt uns das?
00:48:08: haben wir gesagt?
00:48:09: Irgendwie ist dann Fehler im ganzen Gewerbe so.
00:48:14: Wir kamen dann auf die Idee, wir müssten die Bevölkerung ein bisschen aufrütteln.
00:48:21: Wir müssten eine Telefonnummer haben, wo jeder anrufen kann rund um die Uhr und auch jemanden dran haben der weiß so von da redet und es wäre ganz gut findet bei uns bei der Dienststelle ange siedelt wäre.
00:48:37: mein damaliger Dezernatsleiter und ich haben uns überlegt man müsste Plakate machen Und die müsste man überall an allen möglichen Stellen aufhängen, wo Leute rum sitzen und warten, wo sie nichts zu tun haben.
00:48:51: Wo es herumstehen, wo es haltestellen, S-Bahn.
00:48:56: Die Plakate haben wir dann in eigen Regie mehr oder weniger entwickelt.
00:49:02: Bilder das ist ein Bild zum Thema Misshandlung und Tötung von Kindern.
00:49:08: da waren wir auf dem Friedhof in lichterfelde marienfelder Da ist so ein abgeteilter Bereich für gestorbene Kinder, jetzt nicht nur durch die Hand der Eltern sondern eben auch so.
00:49:21: Und da stand ein steinerner Engel, der über diese Kinder wachte und hatte die Hände so.
00:49:28: Aber er sagte genau das ist es!
00:49:30: Ach ja wir kannten diesen Engel weil wir vorher einen Kind beerdigen mussten was tot in die Babyklappe gelegt worden war.
00:49:39: Daher kannten wir den Engel.
00:49:41: also Bilder gemacht.
00:49:43: Dann das zweite Bild war ein echtes Tatortfoto für die Vernachlässigung von Kindern, also auf Wachsen im Dreck nicht versorgt werden.
00:49:51: Es waren Tatort-Fotos aus einer vernachläßigten Wohnung wo drei kleine Kinder in diesem ganzen Müll darum hocken und das dritte war dann die Tötung von Kindern.
00:50:02: es war ein Holzkreuz auf dem Friedhof.
00:50:06: Die Texte ja mussten wir auch daran arbeiten.
00:50:08: ich weiß noch hier habe überlegt im Vorgriff auf diesen Podcast.
00:50:14: Wie kam das eigentlich dazu?
00:50:16: Weil wir haben überlegt, was schreiben wir denn da bloß rauf.
00:50:19: Das muss ja so eingängig sein dass die Leute auch angesprochen sind.
00:50:23: also jetzt reicht nicht hier Misshandlung.
00:50:26: Muss ja ein bisschen Text dabei sein und muss ja ansprechen.
00:50:29: Ich weiß noch ich bin nach Hause gefahren nachdem wir einen halben Tag überlegt hatten.
00:50:32: Was kommt denn dann noch für ein Text?
00:50:34: Also wir haben geschrieben täglich werden Kinder misshandelt Und wusste nun nicht weiter.
00:50:40: Dann war ich mit dem Auto am Rathaus Schöneberg an der Ampel und da fiel mir der Satz ein, bitte zögern Sie nicht!
00:50:49: Denn Ihr Anruf können das Leben eines Kindes
00:50:51: retten.".
00:50:52: Das wurde dann auch übernommen.
00:50:53: Das haben wir auf alle drei Plakate drauf gemacht.
00:50:56: Die Plakaten wurden dann großzügig von einer Behörde gedruckt und wurden dann eben sowohl bei Vorträgen die ich immer wieder gehalten habe letztlich tatsächlich bei Jugendämtern in warte Bereichen von der Polizei überall aufgehängt, wo man sie haben und auch nicht haben wollte.
00:51:18: Und das hat dazu geführt – und eine Telefonnummer natürlich!
00:51:20: Wir waren die erste Hotline bei der Polizei.
00:51:24: Das wir gesagt haben hier können Sie anrufen.
00:51:26: Hier erreichen Sie immer jemanden tagsüber.
00:51:29: Das war mein zweites Telefon.
00:51:31: Wenn ich rausgegangen bin halt eben andere das übernommen oder abends oder nachts, wenn wir eben nicht erreichbar waren, dann weitergeleitet aufs Handy.
00:51:40: Oder es wurde auch die Ansage gemacht, wenn das sehr dringend ist, eins, eins null.
00:51:44: ansonsten melden wir uns sofort zurück und haben das auch eingehalten?
00:51:48: Das ist auch ganz wichtig!
00:51:50: Ich dass da für mich mal auf den AB quatschen und dann naja jetzt ist sowieso alle ich mir...ich hab jeden angerufen.
00:51:56: der Zustrom war enorm.
00:51:59: Wir hatten glaube eine Verdreifachung der Anzeigen In der ganzen Zeit dann danach, im Jahr danach in den zwei Jahren danach.
00:52:10: Wir hatten inzwischen eine Rufbereitschaft für die Dienststelle, dass man also auch außerhalb der Dienstzeiten erreichbar war, auch über Nacht und das hat natürlich eine ganze Menge bewirkt.
00:52:25: Aber ich glaube so leise habt ihr uns noch nicht
00:52:29: erlebt.
00:52:29: Ich wundere mich
00:52:30: schon gar nichts.
00:52:35: Wir sind selten, dass es so vorkommt.
00:52:41: Ich hatte natürlich das grandiose Glück.
00:52:44: viele haben gesagt wie kann man denn so lange auf einer Dienststelle sein?
00:52:48: ich hatte das grandiosen glück das von Anfang an bis zu meinem weggang alles mitzuerleben und viele sachen die dann Ich sag mal, so ab zwei Tausend vierzehn Fünften.
00:53:02: Wo dann immer so Neuerungen kamen auch in der Polizei.
00:53:05: Dann haben sie ja auch wieder überlegt, da man müsste vielleicht in den Bezerrigen erstens die Abschaffung von den Kopf.
00:53:11: Wo ich dann so dachte Mann Leute ey das hatten wir vor vierzig Jahren hier schon also vierzig jetzt nicht viel aber Jetzt wollte ich jedes Rad neu erfinden Nicht zu glauben Und wir haben vielleicht zwei Kollegen gehabt, die eine, die zu mir gekommen ist.
00:53:29: Die dann eben auch gesagt hat du also ich habe das jetzt hier fünf Jahre sechs Jahre gemacht Ich kann es nicht mehr und dann haben wir aber auch dafür gesorgt dass sie irgendwo hingekommen ist wo sie hin wollte.
00:53:40: Es natürlich auch nicht so einfach wird auch jetzt nicht einfach sein Dass man so Wunschdienststellen irgendwie mal aus dem Hut zaubert.
00:53:49: Aber wir haben dann eben alles in die Wege geleitet, das war da jemanden finden der vielleicht wechseln wollte.
00:53:53: So dass diejenigen dann auch ja uns weiterhin wohl verbunden waren also nicht jetzt im Knadsch gegangen sind und dann eben auch ein neuer Heimat gefunden haben wo sie sich wohlfühlen.
00:54:06: Das ist auch ganz wichtig Denn nichts ist so schlimm eine Dienststelle zu haben wo man sich nicht wohl fühlt und wo man morgens schon hin fährt und denkt oh Gott jetzt muss ich da wiederhin.
00:54:18: Oder was kommt jetzt wieder?
00:54:20: So Angst.
00:54:21: Viele haben es bemerkt, so Kollegen die älter wurden, die dann auch Angst hatten.
00:54:26: Angst!
00:54:26: Weil wenn sie rausfahren müssen, sie nicht wissen, was sie da tun sollen.
00:54:31: Schwieriges Problem weil da ging's um einen Kollegen der natürlich sich nur sehr schwer getan hat sich mit mir darüber zu unterhalten dass er Angst hat.
00:54:42: Es
00:54:42: ist so spannend das ihr erzählen müsst.
00:54:43: Ist so krass wie... Also das ist natürlich noch mal was ganz Neues dann war und auch, ich kenne das ja jetzt aus meinem Jahr Rufbereitschaften.
00:54:54: Hinweise... Jetzt gibt es ja auch noch die Internetanzeigen dazu, dass was Sie mit Tagesdienst haben bei uns der B-Dienst, der Bereitschaftsdienst ist immer zwei Leute aus dem Kommissariat halt eben an dem Tag sich keine Vernehmungen planen sondern einfach für Atoklagen zur Verfügung stehen.
00:55:13: Und es ist so krass, was Sie sagen.
00:55:14: Weil sie erzählen dann auch... Es kam eine Welle und das war gar nicht mehr zu bewerkstelligen eigentlich.
00:55:19: Wir haben Phasen die laufen ganz ruhig und da denkt man sich durchatmen.
00:55:25: Dann gibt es aber auch Phasens.
00:55:26: Das hatten wir jetzt auch zuletzt wo jeden Tag ein neuer Bereitschaftsfall reinkam.
00:55:31: Also wir konnten das gar nicht koordinieren.
00:55:35: alles mögliche verschoben werden musste, Fremdkräfte teilweise auch angezogen werden mussten.
00:55:40: Weil wir es überhaupt nicht personell stemmen können dann in diesem Moment oder der B-Dienst vom aktuellen Tag sich um aber einen Fall vom Tag davor kümmern muss und der andere B-Дienst vom nächsten Tag schon geplant wird für nächste Woche.
00:55:54: also das ist so absurd manchmal und man sitzt da auch nur... Und das ist das was ich dann vorhin meinte aus Spaß unserem Vorgespräch dass man sagt Wenn wir ihn einsetzen sind und dann sagt man so was wie das machen, wenn wir zu Hause sind.
00:56:07: Es gibt Wochen da ist man mehr in der Kaltstraße oder auf der Dienststelle
00:56:14: als
00:56:15: Zuhause.
00:56:16: Da haben wir auch schon ganz oft drüber gesprochen, Markus gerade im Schichtdienst.
00:56:19: Das kannst du natürlich tausendmal besser beschreiben, als ich mit meinen fünf Wochen K-Einster in der kka.
00:56:26: Zeit ja ist ja einfach so Du hast es jetzt als Rotation schon gemacht.
00:56:31: Ähm, wenn man dann zu Hause ist nach so einem Tag der manchmal zwölf Stunden, dreizehn Stunden gehen kann.
00:56:37: Dass man da auch einfach nur sitzt und sagt ich möchte mit keinem mehr reden!
00:56:41: Ich möchte... macht es nicht an?
00:56:44: Dann macht man was im Fernsehen, dann läuft der True Crime.
00:56:46: Ja genau.
00:56:48: Macht die Scheiße aus.
00:56:49: Da haben wir ein Disney-Film und dann sieht man wie man da sitzt.
00:56:51: Einhört'n'ein Style Martina guckt mit einer Tiefkühlpizza Man schafft sich mehr zum Sport, dann findet man eigentlich schon Cruella de Wille zur Böse für diese Welt.
00:56:59: Man denkt sich nicht so schlimm, die wundere Baby sammeln.
00:57:06: Weißt du was
00:57:07: ich
00:57:07: meine?
00:57:07: Es gibt
00:57:08: halt wirklich diese Phasen wo du wirklich dann sagst Ja, du stellst wirklich die Dienstzeit irgendwie an der erste Stelle.
00:57:16: Es geht ja nicht anders.
00:57:17: Ich finde es ist auch gefährlich da nicht zu oft irgendwo reinzurutschen.
00:57:22: Total!
00:57:23: Weil man sich eben auf gewissen Dienststellen... ...ich will jetzt gar keine hervorheben weil jede Dienststelle wird irgendwo seine eigene Kapazitätsgrenzen irgendwo haben.
00:57:35: Aber dass du wirklich denkst von wegen, ja irgendwie bin ich schon ne sechste schon hier.
00:57:39: Naja und gerade wenn's so was geht das werden sie natürlich am aller Westen beurteilen können, wenn es um Menschen geht also vor allem grade um Kinder und das ist auch immer das was wir schon so oft gesagt haben.
00:57:50: Markus dieser Hass auf die Polizei ja dieses äh die Polizei alle blöd und da sind nur bestimmte Leute die Bullen werden und sowas.
00:57:59: Das ist für mich mal ein gutes Argument was man dagegen bringen kann weil die Polizei auf der Straße und kontrolliert Falschparker oder schreibt sich auch, wenn man zu schnell gefahren ist.
00:58:10: Und es nicht nur auf Demonstrationen unterwegs, sondern wir machen eben genau so was wie Rennen in versiffte Buden rein holen da Kinder raus?
00:58:18: Oder wir müssen... Was wir auch schon mal hatten, das war wahrscheinlich mit der Folge mit Emmi hier zur Kinderpornografie oder auch mit Andrea Friese zu Vermisstenmeldung und Toten.
00:58:28: Wir gucken uns eben, wir müssen uns ganz viele schlimme Dinge angucken oder auch bei K-I unseren Kollegen von K-Eins hatten.
00:58:34: Möchtest du in eine Wohnung gehen, wo jemand seit drei Wochen ungefunden tot liegt und schon die normalen zersetzenden Prozesse oder bei Menschen, die sich aufhängen und sowas?
00:58:44: Das ist so absurd manchmal!
00:58:46: Und manchmal sitze ich da auch und denk so wie gesagt sie haben das ewig lang gemacht wir sind jetzt ein Jahr draußen und wir sitzen dann manchmal schon und ich denke mir schon mal.
00:58:54: Gott, also was soll denn noch kommen und so viel kommt?
00:58:57: Das ist ja ganz klar.
00:58:58: Aber uniformierte Kräfte gerade in Demonstrationslangen werden heute immer als die Polizei primär, weil sie auch eben offen erkennbar sind halt wahrgenommen, als wenn wir irgendwo.
00:59:10: wer sieht uns dann, wenn wieder mit fünf Leuten in irgendeine Wohnung reingehen, wer nimmt uns dann wenn er nicht vielleicht irgendwie unsere Ausrüstung um uns herum sieht, in einem Zivilwagen irgendwo war?
00:59:19: Aber auch das möchte ich noch mal sagen, weil wir jetzt gerade so tun als würden wir die krasse Arbeit machen.
00:59:24: Also da beziehungsweise zu tun aber das könnte so rüber kommen.
00:59:27: Ich möchte nicht... Zwölf Stunden, also wenn wir uns auch mal an die Corona-Zeit oder Dina aus demus gerade denken.
00:59:33: Höchsten Respekt vor unseren KollegInnen, die draußen in ihren KSA, also in ihren Kampfanzügen, in ihren Schutzanzügen da stehen bei Wind und Wetter, bei jeder Temperatur und immer wieder sich beleidigen lassen angegriffen werden und fotografiert ins Netz gestellt werden, umgefragt.
00:59:53: Das möchte ich hier nicht, dass das unter den Tisch
00:59:55: fällt.".
00:59:55: Und diese Menschen machen so eine harte Arbeit auch, also unsere KollegInnen auf der Straße.
01:00:00: Aber die Leute wissen immer am besten was wir machen und vergessen aber auch, dass hinter allem auch Menschen stehen.
01:00:07: Also auch wir sind Menschen und egal in welchem Bereich wir arbeiten haben, irgendwo ist unsere Belastungsgrenze erreicht.
01:00:16: Was du gerade schon sagtest...
01:00:17: Apropos, dann möchte ich mal wieder hinkommen.
01:00:20: Sie sagten ihre ganze Anzeigenaufnahme und es hat sich alles verdreifacht oder wie die Zahlen sind und sie standen denn da auch... Ich meine das hat ja den Sinn und Zweck erfüllt diese Kampagne, die es machen sollte.
01:00:37: Das war sicher auch nochmal Ein Sprung, ich mein aus der Idee da überhaupt erst mal irgendwie was zu machen.
01:00:44: Ich find schon krass dass man ja immer noch so diesen Zwiespalt hatte.
01:00:47: Ja kann nicht überhaupt traue ich mich überhaupt irgendwo anzurufen.
01:00:51: also was dann auf einmal alles aufploppt.
01:00:54: So in das was überhaupt so in der Stadt los ist.
01:00:56: Ich finde sowieso schon...ja man geht so über einen Generationswechsel.
01:01:00: Dann hat man noch Ost und West auch nochmal einen sehr starken sozialen Ja, wie ich mein ja gut Kinder erziehung sowieso irgendwie in den nachtzigern bis irgendwo so zweitausender.
01:01:12: Ich ja auch alles mitgemacht haben.
01:01:15: Ja deswegen ist
01:01:16: es so krass eigentlich.
01:01:17: So
01:01:17: körperliche Gewalt zu Hause so Erziehungsmaßnahmen ja so früher wenn man noch die alten filme kennt da gab's halt noch so diesen diesen Leerstock in der Schule und weiß ich was egal wie es dann Zuhause war Es hat sich ja alle so viel geändert.
01:01:30: also das nimmt ja drastisch zu wenn sich überhaupt jemand meldet Sind sie da überhaupt noch rausgekommen?
01:01:38: Ich sag mal, wenn da denn jeder auch Rufbereitschaft hatte und dieses ganze Drumherum.
01:01:42: Man ist doch dann die ganze Zeit on fire Da wirklich das irgendwas kommt.
01:01:46: oder
01:01:47: Also am Anfang war es natürlich so dass wir mit unserem damaligen Leiter LKA der musste das ja auch genehmigen Wir haben das fertig gemacht.
01:01:55: Wir haben die Plakate dazu im Hinnitragen Haben gesagt hier Wie werden das?
01:02:03: Und er hat sich das angeguckt und hat gesagt finde ich gut.
01:02:07: Dann kam natürlich die Frage, meinen Sie denn, sie schaffen das?
01:02:11: Wie jetzt was jetzt?
01:02:14: Naja wenn Sie da so ein Telefon haben und wenn dann Anzeigen kommen, schaffen Sie das?
01:02:20: Wir können es nur probieren hat er gesagt na gut machen Sie!
01:02:27: Und er war auch derjenige der sich ja im Prinzip die ganze Zeit dafür eingesetzt hat dass wir mehr Leute bekommen haben, dass von überall irgendwo Leute immer mal abgestellt wurden.
01:02:38: Dass die uns unterstützt haben.
01:02:41: Das war ja am Anfang noch gar nicht so schlimm, das war erst ein Jahr danach da kamen.
01:02:45: Da war wirklich Spitze sozusagen weil natürlich alles Hinweise anrufe und wieder einen Hinweis Das habe ich nur alles abgefedert, wenn bei mir der Telefon geklingelt hat.
01:02:59: Ich hab's dann aufgeschrieben aber die Bearbeitung hatten die Kollegen am Hals und da mussten wir natürlich auch sagen ja also zwei Leute machen hier immer den Wehdienste zu sagen Dann hatten wir ja auch noch den Einlieferungsdienst für... Ne den hatten wir schon nicht mehr, den hatten wie vorher auch diesen einliefering des am Wochenende.
01:03:18: Mussten war er auch noch irgendwie bestücken, war dann weg.
01:03:21: Dann wurde uns die Rufbereitschaft genehmigt nachdem das auf geploppt ist und dann lief das alles.
01:03:28: Das geht aber auch alles nur, wenn die Vorgesetzten mitspielen.
01:03:32: also selbst wenn ich jetzt eine ganz tolle Idee habe und sage brah das sind genau der Burner der hier ran muss.
01:03:38: Ich musste es meinem direkten Vorgesetzte sagen Der muss zum Dezernatsleiter gehen oder eben zum Abteilungsleiter Und der hat dann eben auch noch den Leiter LKA.
01:03:51: Die müssen alle überzeugt werden.
01:03:52: Wenn da einer nicht mitspielt Dann ist das Ding vorbei.
01:03:56: Da hat man zwar eine tolle Idee, aber das war es dann!
01:04:01: So ich hatte das Glück die haben alle mitgespielt weil sonst wäre das auch nicht so wie man davon Erfolg reden.
01:04:09: ja es war schon ein Erfolg weil wir sehr viele Kinder gefunden haben die sonst eben vielleicht nicht gefunden worden wären und die Todeszahlen damit noch weiter hochgegangen werden, die wir ohnehin schon hatten.
01:04:21: Das ist gerade auch so ein Punkt wo ich mir sage was wäre hätte eine Person da nicht mit gespielt?
01:04:26: Was alles gar nicht entdeckt worden wäre oder wo sich vielleicht niemand gemeldet
01:04:30: hätte.
01:04:31: Und Sie haben auch immer wieder dann auch die von naja wenn ich so mal im bekannten Kreis wissen wir hatten bei uns Haus fest und da haben dann auch Leute gefragt heißt weiß ja was sie gemacht haben?
01:04:43: und so erzählen sie doch mal Nehmen Sie das denn mit?
01:04:46: Ja klar, nimmt man das irgendwo mit.
01:04:47: Das kann man auch nicht irgendwie... Und warum haben sie das eigentlich gemacht?
01:04:52: Weil es damals so war, dass nur einer nämlich der Karlleiter überhaupt vor die Presse treten durfte in Absprache mit Dezernheitsleiter und allen anderen.
01:05:02: So hat sich das doch eingeprägt, dass ich da das Gesicht dieser Kampagne war.
01:05:07: Unfreiwillig aber letztlich war's gut weil die Leute haben mich erkannt und dann gesagt man, sie sind doch DIE!
01:05:13: Alles gut, wenn es der Sache dient.
01:05:16: Also das war schon eine sehr aufreibende, sehr aufregende Zeit.
01:05:23: Die ganzen halbtoten, ganz toten, schwer misshandelten Kinder her, die legen sich schon irgendwo auf die Seele.
01:05:31: Es ist jetzt nicht so, da haben sie auch mal gefragt dann klar in den Vorträgen sehen Sie das eigentlich?
01:05:35: Nehmen Sie das mit nach Hause?
01:05:37: Nee, nehme ich nicht mit nachhause!
01:05:39: Ganz, ganz seltenen Fällen habe ich das mal mit nach Hause genommen.
01:05:42: Und das ist dann schon schwierig, weil ich hatte zu der Zeit eben auch relativ kleine Kinder, die sich immer total dafür interessiert haben was Mama da macht wenn sie abends weg muss?
01:05:56: Jetzt erzählen Sie mal so einem achtjährigen Kind dass wieder jemand seinen Baby tot geschüttelt hat aber sie wollte es dann immer wissen.
01:06:05: jetzt sag mir, sag mir!
01:06:06: So und hab ich die Puppe genommen habt ihr das gezeigt?
01:06:08: natürlich nicht so wie diese dann machen.
01:06:10: Aber das arme Kind, geht der jetzt ins Gefängnis?
01:06:13: Sagt er so Gott will.
01:06:16: Kann es ja nicht einschätzen.
01:06:17: man weiß immer nicht wie der Anwalt reagiert was davor Gericht abläuft.
01:06:22: also Das waren immer die Punkte wo ich dann gesagt habe Ja bis hierhin.
01:06:28: ein Beispiel möchte ich doch noch sagen Ich habe mir sehr viele Kinder mit dem Vornamen gemerkt, die bei uns dann zu Tode gekommen sind.
01:06:37: Weil wir auch eine Zeit lang – ich weiß nicht, ob das jetzt noch so ist – man stand beim Tag der offenen Tür in Ruhleben hatten und da hatte dann die Idee, dass ein Jahr mal über die Zeit, soweit ich zurückdenken konnte, nämlich in den Vierundachtzig bis zum Datum alle toten Kinder mit dem Vornamen und dem Alter aufzuschreiben, um das auf eine große Rolle zu machen.
01:06:59: Das haben wir hingehängt und die Rolle dann über einen Weg gelegt.
01:07:02: Da haben schon viele gesagt ... muss man das machen?
01:07:06: Ja, man muss das machen!
01:07:10: Das ist auch nicht zu beschönigen.
01:07:11: da muss man dran bleiben und muss den Leuten aus... Auch wenn ich auf der Straße irgendwie ein Treffer oder ich sehe, da geschieht einem Kind Unrecht, dann muss ich über meinen Schatten springen natürlich nicht gleich anmachen.
01:07:24: Da muss man schon ein bisschen vorsichtig raten gehen, aber sagen irgendwas läuft hier gerade nicht.
01:07:29: Kann ich Ihnen irgendwie helfen?
01:07:30: Wenn die sich dann dumm anstellen ja da muss ich verfolgen gucken wo gehen sie hin und gegebenenfalls die Polizei nachziehen.
01:07:37: Sagte die Namen merke ich mir.
01:07:39: einen Kind haben wir uns alle gemerkt weil das war auch glaube ich so mit der schlimmste Fall den wir erlebt haben Das war Janik.
01:07:47: jeder der das hört wird wissen Wenig meiner, das war ein kleiner Junge zweieinhalb Jahre.
01:07:53: Das ist sowieso so ein sehr kritisches Alter.
01:07:56: Da hatten wir sehr viele mit zwei und halb Jahren.
01:07:59: Janik ist von seinem Stiefvater unter Duldung seiner Mutter massiv totgeschlagen worden.
01:08:11: Man hat ihn liegen gelassen und hat keinen Arzt geholt.
01:08:14: erst als es zu spät war wollte dann erzählen So, wie er da lag vom Besuch seines leiblichen Vaters zurückgekommen sei.
01:08:25: Das war aber dann schon sehr bald in den Ermittlungen ausgeschlossen und dieser Stiefvater hat sich so richtig an diesem Jungen abgearbeitet.
01:08:35: Es waren eine Familie, eine Frau im siebenundzwanzig mit drei Kindern von drei Vätern, die wir es auch sehr häufig hatten, die nun auch ihre Fälle davon schwimmen sahen.
01:08:47: und so dachten man krieg ich nie wieder ab.
01:08:50: Alle drei Kinder waren in einer gleichen Kindertagesstätte und da war ein männlicher Erzieher, neunzehn Jahre alt der zum Praktikum war.
01:09:00: Und er war sehr freundlich zu den beiden größeren Kindern die so acht und neun waren also noch sechs Jahre, fünf, sechs Jahre älter als der kleine.
01:09:11: und über diese Kinder hat er sich dann bei der Frau ins Herz geschlichen und sie hat ihn dann auch sehr bald in ihre Wohnung aufgenommen Und mit den beiden großen konnte er schon so ein bisschen rumbalken, nur der kleine.
01:09:26: Mit zweieinhalb hängt ein Kind eben am Schürzenzipfel der Mutter und will auf dem Arm und will Glipkosung haben.
01:09:33: Damit kam er nicht zurecht und hat dann also auch die Geschwister dazu aufgefordert dass sie Janik schon mal einen Ding verpassen können per Fiede.
01:09:44: Die durften ihn dann also mal boxen, die durften ihm auch mal stoßen.
01:09:51: Ja und dann wurde Janik krank, hatte irgendwie ja ich würde mal sagen fast eine Lungenzündung.
01:09:56: Da hat er natürlich die anderen Geschwister gestört mit seinem Husten, da musste er draußen auf dem Flur schlafen nur auf einer Matratze.
01:10:05: Und das allerschlimmste an der ganzen Geschichte war dass dieser Mann alle Phasen so wie Janik zusammengeschlagen war fotografiert hat Weil er sich später angucken wollte, was er für Erziehungsmethoden hatte.
01:10:23: Ja und dann, wie gesagt, kam der Tag als Janik da draußen auf dem Flur lag und sich nicht mehr regte und dann hatten sie doch ein bisschen Angst.
01:10:30: Dann haben Sie Feuerwehr gerufen, haben die Geschichte erzählt dass er also so vom Vater nach Hause gekommen sei.
01:10:39: Feuerwehr hat weil nun kleines Kind, die waren ja gut geschult von uns Polizei uns angerufen.
01:10:46: Von uns ist ein Team rausgefahren.
01:10:48: Die beiden Herrschaften da wurden gleich festgenommen, die beiden anderen Kinder untergebracht und noch im Weg gehen wollte dieser junge Meister einen nicht entwickelten Film zu Hause wegwerfen.
01:11:02: Das wurde aber von uns gesehen weil wir ja schlau sind Und den haben wir mitgenommen.
01:11:08: Während der Vernehmung dieser beiden Leute, die Frau war dem höre ich anders kann ich es nicht sagen, hat alles gemacht was er wollte Die hat auch weggehört, wenn er den Jungen geschlagen hat.
01:11:19: Währenddessen wurden also die Bilder entwickelt.
01:11:22: Das zog sich bis zum nächsten Vormittag Und in solchen Sachen, das werden sie wissen Es ist ja so dass dann jeder irgendwie mitarbeitet Jeder macht irgendwas.
01:11:31: Ich hatte gerade nichts zu tun.
01:11:33: Mir hat man gesagt, die Bilder sind angekommen.
01:11:35: Kannst du mal die Bilder holen?
01:11:38: Ja dann bin ich los und habe die Bilder geholt und im runter gehen Finde ich schonmal an die durchzublättern stand dann vor dem Saal zweihundert, das ist der Saal wo eigentlich alle stattfindet in der Kaltstraße und wartete da auf jemanden weil wir die Bilder einscannen mussten für die Akte.
01:11:58: Und während ich die Bilder angeguckt habe musste ich so weinen Ich konnte es nicht mehr zurückhalten Das mir noch nie passiert!
01:12:08: Ich stand also da mit den Bildern und guckte da drauf.
01:12:12: Mein Kollege kam und sagte was ist denn mit dir los?
01:12:16: Ich habe ihm nur die Bilder gegeben.
01:12:19: Es ging ihm ähnlich, wir haben ihn dann eingescannt und haben uns beide nicht mehr eingekriegt.
01:12:24: Die Bilder genommen bin ich ins Kommissariat gegangen, hab die nur auf den Tisch gelegt und alle, die an diesem Fall gearbeitet haben kamen natürlich irgendwie rein.
01:12:33: sind die Bilder da?
01:12:36: Und alle haben geguckt und alle haben ja heult.
01:12:39: also Ja dann ähm konnte.
01:12:44: der Junge ist gestorben im Krankenhaus an den schweren Verletzungen.
01:12:48: Ein Bild, das habe ich wirklich immer noch heute vor mir.
01:12:52: Das war am Abend bevor der Junge gestorben ist.
01:12:56: Da hat der Typ ihm vorher gegen den Kopf geschlagen mit der Faust und er musste zur Toilette der Kleine.
01:13:02: Dann saßt er wie so kleine Kinder auf der Toilete sitzen die Hände so unter und baumeln einen Bein und guckt in die Kamera mit diesem völlig deformierten blauen Kopf.
01:13:15: Dieses Bild werde ich auch nicht mehr los.
01:13:16: Das werde ich wahrscheinlich mit ins Grab nehmen, ehrlich gesagt.
01:13:19: Ganz furchtbar!
01:13:21: Diese ganzen Geschichten sind also dann wie gesagt festgenommen und sind auch vorgeführt.
01:13:26: Sind auch wegen Mordes verurteilt worden.
01:13:31: Hinterher war es immer so wenn irgendeiner der nicht um diese ganze Geschichte wusste.
01:13:37: So sagte er was waren das für ein Fall?
01:13:40: War das Janik?
01:13:41: Und wenn dieser Name viel... Flogen immer nur so die Blicke über den Tisch.
01:13:47: Jeder hat gewusst, jeder hat sich angeguckt.
01:13:49: also es war schon ein sehr angreifender Fall.
01:13:53: von vielen muss ich sagen.
01:13:56: Ja da kann man eigentlich... Da fehlen eben die Worte was da passiert.
01:14:02: So Sachen mit denen man sich auseinandersetzt wenn man halt immer mal hinter die Kulissen guckt und gerade gegenüber Menschen die ja eben Schutz befohlen sind und die sich irgendwie nicht großartig wehren können oder Sachen erleiden und ertragen müssen.
01:14:23: Genau!
01:14:25: Umso wichtiger ist die Arbeit der Menschen, die das machen in der Behörde?
01:14:30: Ja es...
01:14:31: Und die muss auch an allen Stellen ernst genommen werden in derbehörde.
01:14:35: Das ist vielleicht auch nochmal ganz wichtig.
01:14:40: Wir hatten das ja vorhin, das vergisst man manchmal wenn man sagt Die Bullen, die blöde Polizei und weiß ich was alles.
01:14:46: Was halt dann auch dahinter steckt, was man denn eben nicht immer im Dienst lassen kann?
01:14:54: Das sind halt auch immer Dienste, wo man ja auch rauskann, wenn so etwas halt irgendwo nicht mehr geht.
01:15:00: Weil das muss man halt auch ... Ja können da irgendwie auch mitzuarbeiten.
01:15:05: Man muss das wollen und es soll für... Also das ist vielleicht auch nochmal ganz gut für Menschen Neu, also die jetzt vor der Wahl stehen.
01:15:12: Was für Wünsche gebe ich ab?
01:15:16: Das zu wollen, also zu sagen Ich finde es spannend und ich will das unbedingt machen.
01:15:19: Es ist mal was anderes als das zu machen tatsächlich.
01:15:22: Also weil wir haben ja auch häufig im Studium beobachtet Markus und da haben wir auch privat schon sehr viel drüber gesprochen Dass man von so sehr jungen Menschen immer schon hört, ich will unbedingt ins LKA-III.
01:15:34: Also gerade Breitzen ist ja so, finde ich, also man sagt immer Da wollen wir nicht hin.
01:15:39: Ich hab die Erfahrung gemacht, viele wollen ins LKH treizen und machen die Sexualdelikte zum Nachteil von Minderjährigen.
01:15:44: noch mal für alle, die's nicht wissen.
01:15:46: Und ich hab dann immer... Wir haben viel darüber schon gesprochen, immer schon gedacht so, das ist ganz schön jung noch um diese Delikte zu bearbeiten.
01:15:55: Und da auch nicht nur weil das jetzt spannend klingt und weil man vielleicht das Gefühl hat, ich mach was ganz Besonderes also es ist eine sehr... Sie haben es gerade sehr eindrucksvoll beschrieben Und ich mache das jetzt auch seit einem Jahr.
01:16:07: Das ist eine tolle und wichtige Arbeit, aber das finde ich auch gerade für junge KollegInnen.
01:16:13: Das sollte man sich gut überlegen.
01:16:17: Es braucht sehr viel Personal in diesen Bereichen.
01:16:21: Also es ist gut wenn Leute da sitzen die das schon sehr lange machen, finde ich weil sie eben ganz viele Erfahrungen mitbringen und auch wie im Fall natürlich auch den Wandel Ja.
01:16:32: Der Gesellschaft und auch der Behörde, das ist ja ganz wichtig, weil jetzt ist alles digitalisiert.
01:16:37: Es kommt noch mal neue Formen der Gewalt- und des Missbrauchs dazu auf allen Ebenen also auch an Erwachsenen wie wir in einem aktuellen Fall da durch die Medien geht hier zum Thema Deepfakes mitbekommen.
01:16:49: es braucht einfach Leute, die sich im Klaren darüber sind was dort passiert?
01:16:54: Mit was sie konfrontiert werden können?
01:16:56: Was nicht heißt, weil es vielleicht gerade in unserer Reaktion gemerkt Markus Was nicht heißt oder was Sie ja auch gerade selbst berichtet haben aus Ihrem ganzen Kommissariat.
01:17:05: Es gibt immer Fälle, die einen bewegen und ich finde das auch ganz normal dass es Themen sind, die ein mitnehmen auch emotional, auch in akuten Situationen vielleicht mal mehr beschäftigen als der Fall davor oder was auch immer.
01:17:20: Ja das heißt nicht gleich dass es... Das ist keine Schwäche!
01:17:22: Das darf man nicht mit Schwächen gleich setzen und was man nicht geeignet ist für den Bereich.
01:17:25: Das ist völliger Quatsch so ne?
01:17:27: Aber
01:17:27: es kann immer der Moment, das hatten wir ja auch
01:17:29: in
01:17:30: manchen Folgen Es kann immer DER EINE Moment, DER eine Fall, das muss ja nicht ein besonderer Fall sein aber vielleicht doch ein persönlicher Fall wo Erinnerungen hochkommen.
01:17:38: Der einen dann
01:17:40: mitnimmt.
01:17:40: Aber es muss eben Leuten bewusst sein, wenn sie sagen ich möchte ins LKA-III und ich möchte in das LKA-XV.
01:17:45: Ich möchte ins KLA-XI ja auch da also in die Mordkommission.
01:17:50: Man muss darauf gefasst sein dass das eben nicht cool ist was dort ist und dass es nicht nur spannend ist sondern dass man mit sehr schlimmen Schicksalen dort zu tun hat und dass das nichts ist was etwas ist, womit man auch vielleicht draußen hausieren geht und sagt ich schmücke mich damit ein dieser Delikte zu bearbeiten.
01:18:08: Das finde ich nochmal ganz wichtig für junge Anwärterinnen.
01:18:12: Nutzgelegenheiten um Praktika in diesen Bereichen zu machen sprecht mit KollegInnen allen Alters allen Dienstgraden die da vielleicht gerade sind Aber denkt nicht, ihr könnt das mal im Praktikum in der Kita gemacht oder weil ihr cool seid.
01:18:29: Oder mit jungen Leuten irgendwie gut könntest und es ist vielleicht auch immer noch mal ohne dass ich das herablassen kann.
01:18:34: Das habe ich ja jetzt auch gerade wieder so diesen kompletten Bereich da einzustellen.
01:18:37: was ist normales als Jugend Sachverarbeitung jetzt eben sexuelle Ausbeutung von Minderjährigen zu machen.
01:18:43: Das ist auch nochmal wieder eine Sache wo du dann auch erstmal denkst Ja da auch erst mal wieder drüber nachzudenken, was andere Menschen mit Menschen machen.
01:18:55: Ich glaube das ist auch ganz wichtig jetzt wenn man sich irgendwie entschließen möchte.
01:19:01: Klar es ist ganz wichtig.
01:19:02: wir haben früher immer gesagt also wer so drei bis vier Jahre da ist der hat den Durchblick nicht den kompletten aber er weiß wo's lang geht.
01:19:13: Wenn man ganz frisch ist glaube ich Schätzt man viele Situationen auch vielleicht nicht so ein, wie sie sind.
01:19:22: Und man ist von allem dann, oh Gott was da passiert?
01:19:26: Wenn man denn mal wirklich so rüber guckt und sagt naja also nee klingt vielleicht ein bisschen anders muss nicht sein.
01:19:34: Dass man sich darüber Gedanken macht und dass man eben auch weiß vieles hängt von der Tagesform eines Einzelnen ab.
01:19:41: Also das war Sache heute.
01:19:44: Gefällt mir nicht, jetzt gehe ich wieder weg.
01:19:46: Das kann auch sein, dass man heute mal nicht so gut drauf ist und nächsten Tag ist das ganz anders.
01:19:50: Und was man sich immer vor Augen halten muss, es ist ja nicht nur das, was man da sieht ... Es ist das verletzte Kind, das ist Blut, es sind Verletzungen, das sind Schrammen, Brüche.
01:20:02: Wenn das Kind noch lebt... Auch die Äußerung, die das Kind macht, schreit wein, weiß ich nicht, was dazu kommt aber auch noch eben die Angehörigen zu sehen, die man dann danach hat.
01:20:14: Die auf der Seite des Täters stehen weil sie es gar nicht glauben können dass jemand sowas macht.
01:20:21: nein herrlich das fast so ein Event was da passiert und Kind wird halb totgeschlagen was dann mit dem ganzen Umkreis dieser Familie auch macht Wenn man jemanden dazu als Zeugen vernimmt, der dann eben sagt naja eigentlich möchte ich dazu kann mir das nicht vorstellen.
01:20:41: Und dann hat man aber schon Beweise die man vorlegen kann dass es doch so gewesen ist.
01:20:45: da macht man auch manchmal ganze Familien dann für immer auch kaputt darf man auch nicht vergessen.
01:20:50: und das ist ja nicht nur die Misshandlung dieses Wühlen in dem ganzen anderen Dreck.
01:20:56: also ich will jetzt gar nicht weil viele sagen so naja Vernachlässigung das ist jetzt nicht so schlimm Ich sehe das fast noch ein bisschen anders, weil wenn man Kinder eben von klein auf nicht ordentlich versorgt und links liegen lässt.
01:21:12: Und sie nicht beachtet, nicht genug lieb hat ihn nicht so dass entgegen bringt was jede Mutter jeder Vater eigentlich von Anbeginn so übergibt nämlich.
01:21:26: Hab dich lieb du bist hier willkommen Ich finde das toll, was du machst.
01:21:32: Sondern genau andersherum nämlich lieblos ist, gemein ist, auszählt vor anderen nicht genug zu essen gibt und ihn den Kind dann auch noch im Dreck leben lässt auf einer Pappe schlafen lässt oder irgendwo in der Ecke.
01:21:49: Und ich habe da Wohnungen schon gehabt wo man wirklich durchgegangen ist, wo so Trampelfade in den Müllbergen war.
01:21:55: Dieser Gestank, der da herrscht Und dann krabbeln da kleine Kinder rum und stecken alles in den Mund, was sie kriegen können.
01:22:02: Einschließlich Zigarettenkippen, die da auf dem Boden liegen oder hantieren mit einem Messer rum.
01:22:08: Man darf immer nicht vergessen, was man auf Dauer diesem Kind damit antut.
01:22:14: Es ist ja nicht so wenn man das jetzt daraus nimmt nach drei Jahren, was es da vielleicht zugebracht hat Dass dann alles wieder gut ist Das muss man erst mal wieder alles aufarbeiten.
01:22:24: Was nimmt das Kind eigentlich für später mit?
01:22:27: kann es anderen Leuten noch vertrauen.
01:22:29: Das ist ja dann auch so eine Sache, die beziehungsfähig und wenn sie jetzt keine Therapie machen später mal und sich da rausstellt Ja am Anfang war's eben scheiße für das Kind Und deswegen ist es jetzt so dass ich keinem traue der in meiner Umgebung ist Dann wird er ihn nie erfahren kann aggressiv sein, das sind ja alles und man weiß eben immer nicht wie sich sowas dann äußert was bei einem Kind dabei rauskommt.
01:22:57: Und nur dass links liegen lassen, verdrecken, nicht versorgen wird eben so als bisschen Kavaliersdelikten.
01:23:08: Das ist schon nicht so schlimm.
01:23:10: Was mich jetzt auch noch mal sagen muss ich Inzwischen so ein bisschen angeht ist, dass man in der Presse darüber kaum mehr.
01:23:19: Ich meine dieses Delikt kaum mehr was liest und ich kann mich sehr wohl erinnern weil ich musste die Pressemitteilung schreiben das ich nach einem Wochenende teilweise fünf sechs Pressemeldungen schreiben musste und natürlich in einer Woche dann auch noch.
01:23:32: Und das waren jetzt keine Pillepalle Vorgänge Das waren immer schon Sachen wo Kinder dann auch rausgenommen entfernt wurden in Kurzpflegestellen oder eben auch manchmal zu Verwandten, wenn es ging.
01:23:45: Und da liest man jetzt inzwischen gar nichts mehr!
01:23:48: Ist das weg?
01:23:50: Ja ich... Ja, ich kann da jetzt von meinem kleinen Jährchen.
01:23:55: Auch
01:23:55: ein oder zwei Anekdoten könnte ich erzählen, steht mir nicht zu das zu machen ist auch überhaupt mit meiner Aufgabe.
01:24:03: aber man fragt sich natürlich schon zwischendurch auf wenn man von Vorfällen oder Vorgängen aus der Vergangenheit hört die jetzt noch nicht soweit zurückliegen Aber die noch außerhalb unseres Bereiches in der Polizei waren.
01:24:15: Markus Wenn man dann hört auch was zum Beispiel darüber geschrieben worden ist welcher Ausmaß darüber berichtet worden ist, wo man sich dann fragt ernsthaft darf?
01:24:26: Also es wurde ein kleines Kästchen mit einem Sechszeiler meinetwegen.
01:24:31: Also jetzt mal übertrieben dargestellt gefüllt für das was meine Kollegen und Kolleginnen hier an Arbeit und an Herzblut Belastung reingesteckt haben.
01:24:48: Das hat ja auch nichts mit Dank zu tun oder das heißt ja nicht, dass die KollegInne mit Namen bitte dort erwähnt werden wollen und sagen danke, dass gerade sie das gemacht haben aber es ist eine Form der Wertschätzung und vor allen Dingen wie Sie auch grade sagten der Berichterstattungen, dass es so etwas gibt.
01:25:05: Was zum Beispiel was Sie erzählt haben von Janik, kann nebenan bei uns passieren.
01:25:09: wir wohnen alle hier in Berlin in der Regel mehr Familienhäusern.
01:25:13: Das kann unter uns passieren, das kann neben uns passieren.
01:25:18: Wir können auf der Straße vielleicht an einer Mutter vorbeigehen wo das Kind Schrammung gesichert und wir denken uns erst mal nicht dass dieses Kind misshandelt worden ist sondern dass es vielleicht im Kindergarten oder auch immer irgendwo gestürzt ist und so was.
01:25:29: Und das ist genauso mit dem sexuellen Missbrauch von Kindern.
01:25:32: Ey guckt hin!
01:25:34: Oft ist es auch dass Kinder uns das schon mitteilen oder ihre Wege suchen sich mitzuteilen.
01:25:41: Und was sie auch sagt, natürlich bekommt man irgendwann ein Gefühl dafür.
01:25:46: Wenn man Vorgänge reinbekommt wir sprechen ja immer mal also bei uns ist das so dass wir beim Frühstück darüber sprechen was jetzt was reingekommen heute und natürlich bekommt Man auch relativ züge.
01:25:55: ich finde Ich einen gefühl Dafür Was ist?
01:26:00: Was braucht mehr Aufmerksamkeit was muss vielleicht?
01:26:03: also wie man etwas bearbeitet So ist gleich die richtige Die korrekte Ausdrucksweise dafür.
01:26:08: naja auch die frage Muss ich da jetzt sofort was machen oder kann
01:26:11: ich das noch liegen lassen?
01:26:12: Genau, genau.
01:26:15: Das muss es sofort bearbeitet werden.
01:26:17: oder kann Ich das zu meinen restlichen Vorgängen packen und das bearbeite ich Schritt für Schritt ab.
01:26:22: Aber trotzdem muss jeder Vorgang sich angeguckt werden.
01:26:25: Das ist ganz wichtig und nicht nur, weil man die ersten drei Sätze liest in sich.
01:26:29: Ich habe schon zehnmal gelesen und war immer so... Also dieses, was Sie schon erfahren.
01:26:35: War immer so ist auf allen Ebenen als Polizist-Polizistin eine richtig beschissene Aussage!
01:26:42: Weil es gibt dann diesen Einfall der eben nicht immer so isst.
01:26:45: Und ich möchte auch noch sagen, das haben Sie jetzt zwischendurch immer wieder dargestellt.
01:26:49: Gerade in solchen Bereichen ist es wichtig ein funktionierendes Team zu haben, funktioniere Führungskräfte zu haben weil das sind eh schon so schwere Straftaten die man dort verfolgt.
01:26:57: dann ist es vielleicht wichtig dass Natürlich, wir sind alle nicht zu Hause in der Kitesstraße oder hier bei euch am Tee-Darm.
01:27:03: Und wir sind auch alle keine Familie aber das ist schön zu wissen... Also wir sind nicht Familie per Mut.
01:27:07: Dass man auch aufgefangen wird von allen anderen.
01:27:09: Genau!
01:27:09: Aber
01:27:10: wir sind eine Arbeitsfamilie und das ist eben unsere Arbeit zuhause und dass wenigstens dort dann alles funktioniert und die Führung also die DK Leitungen einem den Rücken frei halten, das ist das Entscheidende.
01:27:21: Ja man darf eben, ich möchte dich auch nochmal sagen, man darf sich nicht ausruhen.
01:27:24: Also man darf nicht sagen Boah jetzt läuft es kriegt sie anzeigen?
01:27:27: Alles läuft.
01:27:28: Nein, man muss immer wieder... Das ärgert mich so ein bisschen im Nachgang.
01:27:33: Wir haben ja sehr viele auch andere Institutionen durch diese Kampagne unter Telefon und da Druck gesetzt.
01:27:42: War schon Druck die Angst hatten wenn sie gehört haben?
01:27:46: Damals noch Elka-Hundertfünfundzwanzig hat angerufen.
01:27:51: Wer weiß was da wieder ist!
01:27:53: Jugendämter, die aber am Ende auch vielfach eingesehen haben.
01:27:59: Es läuft so wenn man miteinander umgeht gibst du mir geb ich dir ist immer noch dass sich eben auch mal über meinen Schatten springen und sage ja okay Ich darf ihnen da zwar jetzt nichts sagen Aber ich könnte zumindest mal anmerken irgendwie Und das ist dann hin und her und hat auch letztlich dazu gefühlt Dass auch Jugendämte bei uns angerufen und Anzeige erstattet haben.
01:28:23: Das war völlig, also Feuerwobbt gar nicht denkbar.
01:28:27: Und dieser Druck ist natürlich weg.
01:28:30: und wenn ich jetzt schon als bearbeitender Polizist sage, wo er jetzt läuft ... Jetzt habe ich erst mal zwei Jahre Ruhe?
01:28:38: Nein!
01:28:38: Ist nicht!
01:28:39: Dranbleiben.
01:28:41: Das war ein schönes Schlusswort.
01:28:43: Liebe Leute... Auch
01:28:45: dran
01:28:45: bleiben.
01:28:46: An allem seit gut zueinander.
01:28:49: Und seit
01:28:50: achtsam vor allem auch für euer Umfeld Eure Mitbewohner im Haus.
01:28:57: Es kann überall auch was sein und sich einfach auch mal trauen, zum Hörer zu
01:29:03: greifen.".
01:29:04: Und die eins-eins-null zu wählen?
01:29:06: Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig!
01:29:09: Damit verabschieden wir uns seit liebzeneinander, schätzt einander.
01:29:13: Frau Greichen vielen Dank, dass Sie heute da waren für Ihre Arbeit, für Ihr Lebenswerk innerhalb der Polizei Berlin.
01:29:18: Vielen Dank.
01:29:19: Gerne.
01:29:19: Und Markus?
01:29:22: Lisa... Bis dahin.
01:29:26: Tschau!
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