Queer as Fuck: We were born this Gay
Shownotes
Dear Ladies, dear Lords, dear Queers and Queens, it’s this time of the year!!! It’s PRIDE in Berlin! Auch dieses Jahr gibt es in alter Verschlusssache-Tradition ein Pride-Special. Und wie immer haben wir ein Special im Special – oder besser gesagt: eine Ikone im Special! Kein Geringerer als Komiker und Travestiestar Peter Ambacher erzählt uns in der aktuellen Folge von Verschlusssache von seinem Werdegang, der Geburt von seiner Kunstfigur »Miss Piggy« und seiner großen Reise durch die Jahrzehnte der queeren Szene. Enjoy the ride und seid lieb zueinander. Es ist dringend notwendig. HAPPY PRIDE. <3
Ansprechpartner rund um das Thema LSBTIQ findet ihr hier: https://www.berlin.de/polizei/aufgaben/ansprechpersonen-fuer-lsbtiq/
Weitere Informationen zum Thema »Hasskriminalität«: https://www.berlin.de/polizei/aufgaben/praevention/hasskriminalitaet/
Informationen zur Polizei Berlin, u.a. zur Bewerbung gibt es hier: https://110prozent.berlin/
Bei Fragen und Anmerkungen kontaktiert uns gerne unter: PodcastVerschlusssache@polizei.berlin.de
Transkript anzeigen
00:00:11: Es ist wieder so weit, oder?
00:00:12: Das
00:00:12: ist wieder soweit.
00:00:13: Ist das schön!
00:00:15: Unter anderem neben der Weihnachtszeit, die auch sehr glitzerig ist... ...ist das mein Lieblingsmonat, muss ich ja ganz ehrlich sagen.
00:00:22: Aus dem Pflicht ist es immer schön weil wir kommen jetzt hier mittlerweile des dritte Jahr in Folge zusammen und haben uns dieses Special irgendwie hart erkennt und hatten bis jetzt ganz fantastische Gäste.
00:00:35: Also
00:00:36: nicht, dass das heute anders wird.
00:00:37: Nicht, wenn ich so auf die Pride folgen zurückdenke... Wir haben sehr viel lachen müssen und es war auch immer schöne Thematik, die man einfach mal den Leuten näher bringen kann.
00:00:50: Ich wollte gerade sagen, wie man zwischen den ganzen Polizeitänen, die wir sonst zu besprechen rein schieben können, reinschieben ist vielleicht hier in dem Kontext.
00:01:01: Pride-Monats
00:01:02: ist es vielleicht die richtige Überleitung.
00:01:08: Wir sind schon wieder, wir driften.
00:01:09: Das ist noch nicht mal Minute eins und wir driffen schon
00:01:11: wieder ab!
00:01:12: Aber wie auch in den letzten Pride-Folgen sind wir ja nicht alleine?
00:01:16: Nein, wir haben einen ganz besonderen Gast heute hier und ich freue mich sehr dass das geklappt hat wenn auch anders als die letzten zwei Jahre.
00:01:22: nicht in Persona bei uns aber zugeschaltet Ist heute Peter Ambacher.
00:01:29: Ich wollte gucken, ob ich das so groß aufbauen kann und einen Thomas Gottschalk Moment schaffen kann oder dass Peter ... Wir haben uns auf das Du geeinigt hier einfach mal so reingräht, aber Peter ist höflicher als wir und lässt uns ausreden.
00:01:40: Hallo Peter schön, dass du da bist!
00:01:43: Guten Morgen miteinander.
00:01:46: Peter, wir freuen uns sehr, dass das heute geklappt hat.
00:01:49: Und für alle unsere Zuhörerinnen ist es so, dass sich unser Gast immer erst einmal vorstellt.
00:01:55: Dich bitten, das einmal zu machen bitte.
00:01:59: Jawohl!
00:02:00: Also mein Name ist Peter Ambarer und mein Künstlername ist Miss Piggy.
00:02:07: seit fünfzehnfünfzig Jahren und ich bin sechsundsevzig Jahre alt sehr jung geblieben, sehr frisch, sehr agil Aber heute Abend auch gleich meine Premiere von der Show und ich bin voll berufstätig.
00:02:29: Schön, Peter.
00:02:29: das freut uns dann auf die nächsten siebzig Jahre hoffentlich sowohl privat als auch beruflich...
00:02:36: So alt will ich nicht werden!
00:02:38: Das ist aber mal eine schöne Antwort finde ich Markus weil die Leute machen immer ein oft wie heißt dieser neue Trenter?
00:02:49: dass die Menschen wollen immer so ultra alt werden und ich denke irgendwann reicht es auch, oder Peter?
00:02:56: Ich sage mir immer solange man gesund ist und fit ist und alles machen kann.
00:03:02: Genießt man jeden Tag.
00:03:05: aber es kommt auch eine Zeit wo das da nicht mehr so ist und so und jedem Menschen ist seine Zeit gegeben.
00:03:12: Das hab ich nicht so schön gesagt.
00:03:14: Wenn man auf deinem Leben zurückblickt, Peter ... Du sagst, wenn man gesund ist, du hast bisher ein langes gesundenes Leben gehabt?
00:03:23: Hoffe ich oder hoffen wir.
00:03:25: Magst du mal für unsere Zuhörer erinnern, einen kleinen Einblick in deine Biografie geben?
00:03:31: Ja also ich bin im Typing geboren und habe dort auch meine Lehre gemacht.
00:03:40: Und dann mit siebzehn Jahren bin ich von Tübingen weggegangen, da unsere Firma damals leider den Betrieb auflösten musste.
00:03:53: Weil es früher war es wehbar.
00:03:56: Das kennen viele Menschen gar nicht mehr und das war nicht mehr attraktiv genug und danach die Firma umgestellt aufwirken.
00:04:06: Das ist dann die neue Folge von Weben gewesen, alles elektrisch und so.
00:04:11: Und der Beruf hat mir einfach nicht mehr Spaß gemacht.
00:04:14: und dann bin ich weggegangen von zu Hause und bin nach Stuttgart und habe dort in einem Büro angefangen aber nicht lange da ich dann zur Musterung einberufen wurde.
00:04:29: Ich bin auch zum Musterungen gegangen habe aber dort gleich klipp und klar gesagt, dass ich schwul bin.
00:04:38: Und dann hat mir dieser Stabsarzt, die wir untersuchen gemacht haben, zu mir gesagt das ist ihnen egal!
00:04:47: Ich bin ein kräftiger junger Mann und kann dienen und ich soll mich halt an die Reden halten, soll mich nicht erwischen lassen bei irgendetwas... tauglich.
00:05:02: und so musste ich zur Bundeswehr.
00:05:04: Ach krass, aber das ist ja auch sehr ungewöhnlich für die Zeit oder?
00:05:07: Weil man hat ja immer wieder von Geschichten gehört wo genau das dazu geführt hat dass der Bund gesagt hat machen wir nicht oder?
00:05:15: Ja, ja.
00:05:17: Ich habe Freunde von mir haben vorher gesagt schwingt dich halt ein bisschen und treibt ein bisschen tuntig auf.
00:05:24: Das sage ich.
00:05:25: Geh ganz normal hin wie ich bin.
00:05:29: Die haben mich einfach genommen und dann habe ich zu nichts mehr sagen können.
00:05:35: Ich wurde auch gleich ein Vierteljahr später einberufen, hab meine Grundausbildung in Ständen am Kalten Markt im Arsch der Welt, wo es eins kalt ist, hab ich absolviert.
00:05:48: Und in der Grundausbildung ... Ich hatte ein paar gute Freunde dort kennengelernt und mein persönlicher Beschützer damals In der ganzen Zeit war eigentlich ein Zuhilfe aus Stuttgart.
00:06:04: Wie
00:06:04: bist du denn an den gekommen?
00:06:06: Der war bei mir in der Stube!
00:06:11: Er hat mir dann erzählt, was er gemacht hat und so.
00:06:15: Dann sag ich mich so gehst du jetzt zum Bund?
00:06:17: Dann sagte ja er geht ins Bund, er verpflichtet sich da gibt es mehr Kohle und hat ein gutes Einkommen Und er ist versichert und alles so.
00:06:29: Das ist ihm lieber, und da hat man ja erzählt, dass er zwei Mädels laufen hat und so immer noch nebenher... ...und das hat dann natürlich beim Bund verschwiegen.
00:06:38: Er hat mich natürlich angestachelt.
00:06:40: ich soll mich auch verpflichten auf zwei Jahre damals ging es ja zwei oder vier jahre kann konnte man sich nach der Grundausbildung verpflichtet.
00:06:50: Nach der Grund Ausbildung nach den drei Monaten hatten wir dann diese Wahl und zu entscheiden, in welche Kompanie wir gehen wollten.
00:07:01: Und ich ja natürlich als schwuler Mann habe mich dann gleich im Sanitätsbereich gemeldet.
00:07:08: Da hat man mich damals gefragt warum gerade Sanitätersbereiche, da sage ich ja Natürlich!
00:07:16: Ich finde es toll anderen Menschen zu helfen und das zu machen und so.
00:07:20: Dann wurde auch genommen und hab dann gleich auf den Antrag zur Pflichtung gestellt.
00:07:26: Der wurde ja dann auch angenommen.
00:07:29: Und dann war ich im Bundeswehr-Krankenhaus, war ich drei Monate und hab dort die Soldaten verplägt.
00:07:38: Ich musste damit auf Übungen gehen.
00:07:41: Immer als Sanitäter, also ich musste nicht mehr marschieren, keinen Stahlhelmen tragen und so.
00:07:47: Das war für mich gut.
00:07:48: Und wenn die ihre großen Wärsche hatten... ...und ich hatte da einen netten jungen Mann der nicht mehr laufen konnte,... Dann habe ich natürlich immer gesagt, der muss auf den Wagen hoch.
00:07:58: Der kann nicht mehr.
00:08:00: und da konnte niemand dagegen sprechen weil das Sanitäter damals das Recht gehabt über Weltwebel, über Leutnant das zu bestimmen.
00:08:15: Und es war gut!
00:08:16: Da haben die Jungs natürlich geliebt.
00:08:21: Wir
00:08:26: haben auch ganz schnell mitgekriegt, was mit mir los ist.
00:08:30: Ich habe da auch kein Geheimnis gemacht.
00:08:31: ich hab das eine Klippung klar gleich in der Kompanie gesagt auch im Zimmer.
00:08:35: wir waren ja zehn Personen in unserer Stube und es hat alles geklappt.
00:08:41: keine Anfeindungen gehabt damals nicht so.
00:08:45: Ich wurde dann aber auch von der Bundeswehr nach Koblenz, nach München.
00:08:50: Nach Wilbert in die Lazarets zur Ausbildung geschickt und hab dort meinen Krankenpfleger gemacht.
00:08:58: Ja?
00:08:59: Und nach zwei Jahren bin ich entlassen worden... ...und habe dann eine gute Ausbildung bei der Bundeswirt gehabt.
00:09:09: Ich hab sogar einen Führerschein gemacht von einem Hodgkin-Panzer.
00:09:12: Das sind diese kleinen Gelände auf Panzer!
00:09:34: Ich wollte alle Bereiche so kennenlernen und dann habe ich ein Angebot gekriegt von Reuzlingen, einem städtischen Krankenhaus.
00:09:44: als unsterile OP-Assistent zu arbeiten.
00:09:48: Und ich bin natürlich auch in meiner Freizeit viel unterwegs gewesen und war mit Freunden dann immer auf Achse, und dann sind wir öfters mal im Wienerwald gewesen, damals gab es ja noch den berühmten Wienermald... ...und da haben wir uns mit der Wirdfin so ein bisschen angefreundet und die habe mich dann irgendwann mal gefragt ob wenn ich mal Zeit hätte, ob ich ab und zu mal ein paar Stunden helfen könnte?
00:10:12: Das hab' ich dann gemacht!
00:10:14: und haben so nebenher meiner Freizeit.
00:10:16: Und abends, wenn ich kein Dienst hatte, habe ich da stundenweise gearbeitet und habe auch schönes Geld verdient.
00:10:23: Und dort ging dann mein Werdegang vom Krankenhaus weg in die Gastronomie.
00:10:32: Dort hab' ich einen Job ergabbert.
00:10:38: Wie soll man sagen, ich war schon ein bisschen frech.
00:10:40: Ich hab mich da überall vorgedruckt und ich habe da immer so ein bisschen provoziert und gesagt ach das würde ich auch gerne machen oder... Und dann hatte ich in einer Schwulenbar, es hat einem Ehepaar gehört die hatten oben drüber noch ne schönes italienische Restaurant unten war dieser Club.
00:10:59: Die haben sie mich eingestellt als Barkeeper und so habe ich angefangen.
00:11:04: So und da habe ich einen Jungen kennengelernt Ich damals gedacht habe, das ist die große Liebe.
00:11:11: War es auch am Anfang und der war so ein bisschen durchgeknallter aber ein bildschöner junger Mann plonnt also wie man sich so vorstellen kann.
00:11:23: zu Antonis Und mit dem bin ich dann irgendwann eines Tages nach München gereist.
00:11:29: wir wollten da einen Freund besuchen.
00:11:33: Ich hatte keine Zeit mit ihm zu gehen, zu seinem Freund.
00:11:37: Weil ich wusste mir zuerst mal einen Hotelzimmer suchen, weil ich wollte nicht bei denen wohnen, weil zu viert in einem Apartment es wäre nicht gut gegangen und habe mich in eine Pension für zwei Tage eingemietet bin durch die Stadt gelaufen.
00:11:52: Ich wollte München anschauen.
00:11:54: wo bin ich gelandet?
00:11:55: im Radskeller?
00:11:57: Und dann sitze ich im Radeskeller.
00:12:01: Ich habe eine nette Bedienung gehabt, ich fragte was ich will.
00:12:04: Ich habe mir etwas bestellt.
00:12:06: Ich glaube das war damals das erste Mal probiert.
00:12:09: und Nikola weil ich kein Bier trinke.
00:12:13: Und dann hab' ich mich mit der Bedienungen, die waren recht nett und witzig, habe ich mich unterhalten und so.
00:12:18: Dann habe ich sie gefragt bis ihr gefällt so hier und gesagt es ist toll im Radskeller München.
00:12:24: Es fiel los und es war ja ein riesen Gewölbe.
00:12:28: schön also ganz toll!
00:12:32: Ja, wir suchen immer Leute und sagen ja das ist ja toll.
00:12:35: Dann ging die irgendwann wieder und dann kam eine andere Dame an den Tisch.
00:12:39: Guten Tag mein Name ist Anna, ich bin hier Geschäftsführerin.
00:12:43: Sie suchen einen Shop.
00:12:45: Und ich war so fast und sagte ja Wann können sie anfangen?
00:12:50: Da habe ich gesagt ja gleich So naiv war ich damals und hat sich gesagt ja kommen Sie bitte mit, da bin ich mitgegangen Sie können bei uns morgen anfangen und so, dessen das müssen sie tragen.
00:13:06: Das brauchen sie.
00:13:07: und um neun ist Beginn.
00:13:10: Und so bin ich in München geblieben und bin dann natürlich abends immer ausgegangen, da bin ich ins Bermudertraik.
00:13:17: Das ist bei uns das Glockenbadviertel.
00:13:19: Es war ja damals das Viertel.
00:13:22: überhaupt gab es glaubt sechsundzwanzig Hohelokale Alles in einer Region.
00:13:29: Es war toll und ich bin in eins reingestoppelt, das hieß Frisco damals.
00:13:34: Und es war mehr so ein Schlauchlokal.
00:13:39: Ich saß da drin an der Bar und hab mich... Da war sogar eine Mädchen hinter der Bar gestanden was für mich ein bisschen vermunderlich war damals.
00:13:48: Dann ging meine Reise weiter tagsüber Radskeller abends Frisco Tagsüber Radeskeller Abends Frisko.
00:13:55: Dann habe ich im Ratskeller gekündigt, weil das ging nicht mehr.
00:14:01: Eine Woche vier Tage oder fünf Tage habe ich es noch gemacht.
00:14:05: Morgens um acht Ratskeller bis abends um sechs und um acht im Frisco bis morgens um vier also bis fünf wie sich zu Hause war.
00:14:15: Und dann habe ich gesagt nein das ist mir zu viel und dann habe nur noch in Frisco gearbeitet.
00:14:20: Und da ging mein Leben in der Szene im Frisko erst richtig los!
00:14:25: Ja genau Peter.
00:14:26: und du hast ja auch gesagt, du hast dich ja vorhin auch als Miss Piggy vorgestellt.
00:14:31: Du hast eine Kunstfigur geschaffen.
00:14:33: ist sie dann in dieser Zeit in München gekommen wo du dich dann sag ich mal in der Schulzene dort interpretiert hast?
00:14:41: Ja das ist im Friskuin stand.
00:14:46: Und da kam ein Abend Eine Freundin von uns da, eine Französin auch eine durchgeknallte.
00:14:54: Die hat hier in München eine große Kinderbutik so eine Edelkinderbutik gehabt.
00:14:59: Sie war Pariserin und die hat uns zum Essen also zum Grillen eingeladen.
00:15:04: Und sie hat alles essen was sie gekocht hat mit Lebensmittelfarbe verschandelt.
00:15:11: Also das kann man sich gar nicht vorstellen!
00:15:14: Und die hat das Spahnbergl hat die ganze Pink eingefärbt Und es lag auf dem Tisch gekillt, das pinke Ding und wir waren fünfzehn Leute.
00:15:23: Ich saß am Kopf und die Sau hat mich die ganze Zeit angeschaut.
00:15:28: Damals war ich etwas dicker und dann hat plötzlich einer gesagt... Also wenn man dich so anschaut, du siehst aus wie die Miss Piggy und wie die Sau auf den Tisch.
00:15:39: Dann haben die mir diese Perücke auf den Kopf gesetzt also dieses harteil, dass lange die Schweine öhrchen und die Nase soforte.
00:15:50: Vor meiner Nase gehalten haben sie gesagt, du siehst original aus wie Miss Piggy.
00:15:54: Und dann haben die im Frisco jeden Abend durchgegeben dass sie am Wochenende große Show haben mit einem Überraschungsgast das noch nie da gewesen ist und ich war eine halbe Stunde vor der immer um zwölf Fahrshow.
00:16:13: Um ein halbes Stunde vorher haben Sie mich von der Bar abgezogen.
00:16:16: Ich habe zu meinen Gästen gesagt Kinder tut mir leid Ich muss ins Lager, ich musste auch bitte was sortieren und bin eine halbe Stunde wieder da.
00:16:24: Dann haben die mich hinten schnell geschminkt, mich perfekt gemacht und um zwölf hat unser DJ durchgegeben meine Damen und Herren und alles so.
00:16:35: Und dann ging im ganzen Lokal das Licht aus und dann haben sie mich rausgeführt auf die Tanzfläche in die Mitte an Baugehänge draufgestellt und dann ging die Musik los.
00:16:47: Das ging an und dann ging mein Song los.
00:16:52: Ich habe so gezittert, die Leute haben getrocknet und gebrüllt.
00:16:56: Und so wurde mir das Biggie geboren!
00:16:59: Von welchem Jahr sprechen wir hier denn?
00:17:00: Wir haben jetzt ganz viel von Ihrer Biografie gehört aber wann ging es denn alles
00:17:05: los
00:17:07: in den Siebzigerjahren?
00:17:09: Ja... Das ist natürlich eine Zeit gewesen in der Homosexualität noch nicht so in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist wie wir es... Gar
00:17:17: nichts
00:17:18: Heute kennen, wie war das für Sie?
00:17:20: Wie haben sie das im Alltag erlebt.
00:17:23: Ich muss sagen ich war damals sehr froh dass ich in München gelandet bin weil in den anderen Städten so wie in Räutlingen oder Freiburg hatten wir sehr viel Anfeindungen immer.
00:17:40: ach da schau mal zwei Schwule und Arschwecker und so, dazu wurden mir manchmal blöd angeredet Wenn wir zwei oder zu dritt Männer unterwegs waren und so ein bisschen gelacht haben, geschädelt und am Arm eingehalten sind.
00:17:58: Das haben wir damals schon gekriegt.
00:18:00: in München habe ich das nicht erlebt Und die ganzen Jahre wo ich jetzt damals in dieser Zeit Ich habe nie irgendwie Anfeindungen gekriegten oder gar nichts Die Leute haben mich ja dann auch gekriegen kennengelernt.
00:18:20: Bei uns haben wir ja nicht nur ... Wir waren ja das erste Lokal, wo Frauen rein durften, Männer, jeder!
00:18:27: Ede, schwul, lesbisch, nutte, bei uns durfte jeder rein und die haben sich auch alle anständig aufgeführt, waren ordentlich und so und alles und so... Und so habe mich natürlich die Leute auch kennengelernet.
00:18:44: dann hab ich ja das große Glück gehabt, schon vorher Freddie Mercury kennenzulernen.
00:18:58: Und es war eine schöne Zeit und durch das wurde natürlich das Frisco dann auch noch berühmter und wenn er bei uns stammt ist, das war wir waren viel unterwegs miteinander Anfeindungen gab es in dem Sinne nicht und der Freddy hat mal zu mir gesagt, das Schöne an München ist er kann allein durch die Stadt laufen.
00:19:25: Er kann alleine irgendwo hingehen.
00:19:28: Er wird nicht belagert, er wird nicht verfolgt und gar nichts.
00:19:32: Und so ging's mir ja auch.
00:19:34: ich bin ganz locker durch durch München und hab mein Leben gelebt.
00:19:39: Es war einfach herrlich!
00:19:42: Ich habe nie ein Held rausgemacht dass sich so veranlagt war.
00:19:47: Wie war denn die ganze Zeit generell?
00:19:50: Es ging ja auch noch polizeilich, weil ja trotzdem auch ein bisschen andere Gesetzlage vor allem auch was so die Rechte von Homosexuellen anging.
00:20:01: Paragrafhundertfünftig zum Beispiel der den Geschlechtsverkehr zwischen Männern unter Strafe gestellt hat.
00:20:08: Ja wenn du also bei uns gab es ja auch diese Orte öffentliche Bedürfnisse anstalten Englischer Garten In dem Park.
00:20:18: Da hat man sich natürlich nachts auch getroffen, ich war ja auch kein Kind von Traurigkeit!
00:20:24: Ich bin auch nachts in Englisch gegangen zwischen den Büchern gestanden und hab gedacht da kommt jetzt Hergulester her.
00:20:32: Und ja, man musste immer vorsichtig sein.
00:20:35: Natürlich wenn du ... dann kam immer Streife und Kontrollen Aber der Englisch-Garten war so toll, dann hat er sich in die Büsche versteckt bis sie wieder weg waren.
00:20:47: Manchmal war auch zivil, sitte da und plötzlich stand einer vor mir Ausweis bitte und alles und so.
00:20:55: Wir haben einen Gott, na es ist halt ein Ausweis gezeigt und so was halt blöd war.
00:21:01: damit immer die Blöden fragen?
00:21:03: Was machen Sie hier?
00:21:05: Ich war dann immer so frech, jetzt sagen wir sehen Sie doch ich suche einen Kerl weil Und ich dachte, hier laufen.
00:21:13: Ich bin im freien Gelände und so.
00:21:16: Ja aber bitte verlassen Sie den Park jetzt dann immer und so!
00:21:20: Also die Kontrollen hatten wir auch im Prisco.
00:21:24: ab und zu kam die Polizei da wollten sie wieder die Verlängerung sehen und dann haben sie wieder geschaut ja wir müssen mal durchschauen ob bei uns Stricherverkehr oder so.
00:21:35: das gab es damals schon sehr viele in der Zeit Aber dass wir jetzt direkt angegriffen werden wurden, nein von der Polizei.
00:21:46: Also man wurde viel kontrolliert das stimmt schon.
00:21:48: also ich glaube in der Zeit zwischen acht und siebzig und siebenund achti ich glaube ich hundertmal wurde ich nach dem Auswahl ja gut ich war im Paradies vorgleich habe nicht so ausgeschaut wie andere Waschenkontrollen und das alles.
00:22:13: Das war Gang-und-Gebel oder so, aber das waren wir dann irgendwann scheißegal weil mehr als kontrollieren konnten sie nicht und gar nichts.
00:22:27: Aber generell wie war es für dich?
00:22:29: Es war ja trotzdem ich sag mal sehr fokussiert eben auch auf sexuelle.
00:22:34: wenn du jetzt sagst du hast über hundertmal in dieser ganzen Zeit deinen Ausweis zeigen müssen Ja, wie war das einfach generell in der Zeit für dich oder für andere die du da halt?
00:22:47: Gut im ersten moment war es immer unangenehm.
00:22:51: Bin dazu drei vier Polizisten vorgestanden sind Du musst plötzlich dein rucks auf deine Tasche aufmachen und alle Leute stehen drum und klärten blöd und zwar schon Blöd und so.
00:23:03: diese diese diese Kontrollen die haben mich dann irgendwann nicht mehr gestört Und ich habe dann auch mit anderen Leuten gesprochen und so, denen das auch wiederfahren ist.
00:23:12: Und so gut manche wurden dann manchmal abgeführt vom englischen Garten oder von der öffentlichen Toilette.
00:23:19: Gut, dann war es natürlich erregnisöffentlich in Ärgernisse und so.
00:23:23: Ich hab damals schon immer gesagt im Friskut zum Beispiel Stammkästen bitte wenn ihr euch schon was sucht und ein Sexerlebnis wollt macht's nicht den Toiletten wo andere Leute eingehen.
00:23:35: ihr könnts da mit der runtergelassenen Hose und einer hängt an eurem Schwängel oder so, das geht nicht.
00:23:42: Geht sie in die Kabine?
00:23:43: Oder geht es im Busch?
00:23:45: Aber viele waren dann natürlich nicht einsichtig.
00:23:48: Muss ich ehrlich sagen, es waren damals aber auch unter unseren Kreisen ... In den homosexuellen Kreisen gab's aber auch einige Ausnahmen, wo ich nicht damit einverstanden
00:24:02: war.".
00:24:03: Was waren das für Erlebnisse?
00:24:06: Ja, gerade solche Toiletten.
00:24:09: oder helle ich einen Tag im Busch am Boden in einem Blasen und da laufen Mütter mit Kindern und andere Leute vorbei.
00:24:20: Es gab schon sehr extreme, bei uns auch sehr extreme Schule.
00:24:24: Männer die das drauf hatten, die haben den besonderen Kick gesucht Aber von denen habe ich mich leider ein bisschen distanziert, weil ... Ich hab mir gedacht, nee.
00:24:36: Das ist nicht meine Welt!
00:24:38: Ich brauche die normale
00:24:39: Schulität.".
00:24:41: Jetzt hast du es ja gerade schon einmal angesprochen, dass du Ferdy Mercury kennengelernt hast?
00:24:46: Der Volksmund weiß, dass Ferdy Murkery in deiner Zeit an AIDS gestorben ist.
00:24:52: Das war auch ein Thema bei euch dann.
00:24:54: Anfang der Siebziger wahrscheinlich noch nicht, aber die AIDS-Krise ging dann in den Achtzigern so richtig los.
00:25:01: Wie hat euch das als schwule Community damals verändert?
00:25:04: Beziehungsweise, wie ist das überhaupt aufgeploppt bei euch.
00:25:09: Was ist da passiert auf einmal?
00:25:11: Ja, das ist so ein ganz heikles Thema weil ich habe ja fredi in neunundsebzig kennengelernt in einer Sauna und er war dann unser Stammgast.
00:25:30: Ich habe mich auch dann mit seinem Assistenten sehr gut befreundet, mit Peter Freiston.
00:25:37: Und wir waren viel unterwegs und so.
00:25:40: Wir waren ja eine Woche lang mal ... Das hat er uns spendiert.
00:25:44: Haben wir einen Trip nach New York gemacht!
00:25:46: Also Freddy ist ein Freund, den er in München kennengelernt hat.
00:25:51: Den Herrn Kirchberger, der da auch im Lokal besessen, an dem Speiserokal und der Reiner, die Rebecca, ich noch zwei sind wir nach New York eine Woche.
00:26:03: Und da sind wir natürlich auch ausgegangen und sind dann immer am Hafen in die Variks, also in diese Clubs gegangen.
00:26:11: Damals hat mir der Bargeber in diesem Breastone zu mir gesagt, habt ihr auch schon in Deutschland gehört?
00:26:24: Säuge geben sollte, in Amerika eine Schwulen-Säule hieß es ja damals.
00:26:29: Und zwar in Kalifornien.
00:26:32: Wir haben mal die Nachrichten gebracht und da waren glaube ich fünf oder sechs erst gestorben.
00:26:43: Da habe ich damals zu dem auch gesagt macht ihr euch Sorgen?
00:26:48: Ja sie sagen jetzt noch nicht so sehr Aber wir müssen natürlich, weil wir ja ein ganz anderes Lokal sind wie eine Schulebar.
00:26:56: Wir müssen uns natürlich auch vorsehen und Maßnahmen ergreifen und so.
00:27:02: Gut ich habe da nicht weiter nachgefragt.
00:27:05: Am nächsten Tag haben wir dann darüber geredet und das Thema da ein bisschen aufgegriffen.
00:27:13: und so nah hatten wir noch zwei amerikanische Freunde Dabei und die haben das dann auch erzählt, ja es wird immer ein bisschen mehr.
00:27:23: Guten als wir dann wieder in München waren und so kamen dann immer mehr in der Zeitung und so.
00:27:29: Und dann kam ein großer Spiegel-Artikel.
00:27:35: also damals hieß es ja noch nicht AIDS Es war ja damals immer mutig Schwulenkrankheit Auch Vormarsch und dann wurden wir schwule nur Übertrag, Bauschwule.
00:27:46: Und dann haben wir das mitgekriegt, dass plötzlich die Leute uns keine Hand geben wollten mehr und so.
00:27:55: Früher sind sie reingegangen, haben sich umarmt, ist plötzlich vieles weg.
00:27:59: Da hab ich immer gesagt, schau her jetzt geht's schon los!
00:28:02: Jetzt will da keiner mehr eine Hand geben.
00:28:05: und wo mir es dann ganz arg aufgefallen ist.
00:28:09: Gäste bei mir an der Bar haben dann immer von mir eine Serviette verlangt und haben die immer oben am Rand zuerst mal das Glas geputzt.
00:28:20: Und es waren natürlich dann schon einschneidende Dinge, und dann kam in der Bundeglaub damals ein ganz großer Artikel auch über diese Krankheit und so... ...und dann in den Tageszeitungen dann plötzlich der Vormarsch vom Herrn Gauweiler.
00:28:43: Das war für uns dann damals des Nonn plus Ultra, weil der hätte uns ja am Lipsen alle in ein Ghetto gesperrt.
00:28:55: Vielleicht noch mal für unsere Zuhörerinnen Herr Ambacher über wen sprechen Sie da gerade?
00:28:59: Vorher Herr Ammbacher Peter!
00:29:00: Ich verrutsche immer wieder ins siehe.
00:29:02: Ja, der Gauweiler war damals Kreisverwaltungsrat im München.
00:29:09: So genau und der wollte... Der hat einen... Der wurde... Maßnahmenkatalog
00:29:16: raus.
00:29:16: Genau
00:29:19: damals hieß es doch er bringt einen maßnahme katalog raus um die bürger zu schützen
00:29:27: ja
00:29:28: das arschloch und der hat uns so denuziert auch auf der straße.
00:29:37: die leute haben mich zwar gegrüßt aber keiner ist mehr hergekommen und so.
00:29:41: und einmal hat mich jemand angesprochen.
00:29:44: aber kommen sie immer nicht zu nahe weil es hat jetzt mit ihnen nichts zu tun, es tut mir leid aber was man liest und was man hört.
00:29:54: Ich habe nichts ich bin nicht ansteckend und sie können wir ruhig die angeben, sie können mich auch umarmen und so.
00:30:01: und na das lasst mal jetzt lieber.
00:30:04: Also wir sehen uns wieder!
00:30:05: Die Leute waren erschreckt und ganz stark und wie ist dann richtig angefangen hat?
00:30:12: Und dann gab's in München schon die ersten Toten.
00:30:17: Dann haben wir es aber auch in der Szene erlebt.
00:30:20: In den Lokalen wurde immer weniger was los, also die Lokale war nicht mehr voll.
00:30:26: Wir haben keine Chance mehr machen können wenn die Leute einfach nicht mehr da waren.
00:30:30: Die Leute sind vereinzelt reingekommen Standen auch nicht mehr so nebeneinander, haben geratscht und alles und so.
00:30:38: Jeder war vorsichtig.
00:30:40: Mit wem kann ich mich jetzt einlassen wo?
00:30:44: die Bussegesellschaft war vorbei und so.
00:30:47: Also es war schon sehr, sehr bedrückend damals.
00:30:50: Und ich habe dann irgendwann gesagt, mein Gott, das machen Sie sich alle selber so verrückt!
00:30:58: Ich hab dann gleich ein HIV-Test gemacht.
00:31:03: Gut, es war eine blöde Zeit bis ich das Ergebnis hatte.
00:31:11: Das sind Tage... was da einem alles durch den Kopf geht.
00:31:16: Was ist jetzt, wenn du HIV-positiv bist und so?
00:31:22: Das war eine schreckliche Zeit!
00:31:24: Naja
00:31:24: weil das ja damals auch noch ein klares Todesurteil war, ne?
00:31:27: Das muss man vielleicht nochmal
00:31:28: dazu sagen... Ja damals saßen und Toten sagten.
00:31:30: Und du musstest ja damals so lange warten.
00:31:33: Heute geht es so einen Test hochgezogen.
00:31:36: Damals musstest du ein, zwei Wochen warten bis du das Ergebnis gekriegt hast.
00:31:42: Meine Kollegen haben dann auch alle ein Test gemacht und so.
00:31:48: Und ich habe mich dann dazu entschlossen, in dieser Situation in meiner Freizeit und die Zeit, die mir gegeben ist ins kranke Freunde zu besuchen im Krankenhaus Zuhause.
00:32:08: Ich habe selber vier Wir Jungs gepflegt bis zu ihrem Sterbetag, Tag für Tag und alles und so.
00:32:19: Und wenn ich da heute immer wieder dran denke ein junger hübscher Mann wie er gestorben ist hat ausgeschaut wie ein altes ausgenöggeltes Tier.
00:32:33: Es ist für mich heute noch eine Unbegreiflichkeit Wie die dahin gestrichen sind.
00:32:41: Sie sind ja nicht an EZ gestorben, sie sind hier an den Nebenwirkungen gestorbt.
00:32:46: Dann hat es ihr auch meinen Kompagnon, der Rainer vom Frisco erwischt!
00:32:53: Dann hat das die Rebecca erwisht und dann hat es die Kurt erwiszt.
00:32:57: Und damals habe ich gesagt, erst wollte es mir keiner glauben.
00:33:03: Ich hab mir gesagt, die haben sich alle in Amerika
00:33:09: angesteckt.".
00:33:11: Wenn diese ganze Klicke, die dabei war.
00:33:15: Außer dem Peter Freestone und mir.
00:33:18: Alle Freddy alle haben es geklickt.
00:33:25: Mein Partner als Geschäftsbacher stoffen siebenundachtzig gestorben.
00:33:30: Die Rebecca hat es ja später achtundachtzig, doch kurz auch achtenachtzig.
00:33:36: Neunundacht zig sind die anderen zwei gestorgen.
00:33:39: Freddy ist einundneinzig gestorben.
00:33:42: Also sie sind alle hintereinander gestorbt und ich hab immer gesagt, das war damals hundertprozentig dass wir... Dass die sich da in Amerika angesteckt haben weil was anderes konnte war mir unerklärlich und so.
00:34:05: aber es war eine ganz ganz schlimme Zeit muss er euch schon sagen.
00:34:09: Wir waren schon verzweifelt, wir haben gesagt, wenn es so weitergeht müssen wir das Fokal schließen und alles und so.
00:34:18: Erst mit der Berichterstattung dass diese Krankheit nicht direkt von den Schulen überfragen wird.
00:34:29: Dass es Frauen, da gab's schon die ersten Frauen die jetzt gekriegt haben Kinder die jetzt dann mit der Blutkonzerven und das und jenes und alle sind so.
00:34:39: Und dann kam ein großer Bericht in den Zeitungen, in München das und dann kam auf dieses Wort EES.
00:34:49: Dass es nicht von Händeschütteln, von Umarmungen an Busse auf die Backe übertragen war sondern nur durch Geschlechtsverkehr, durch Flüssigkeit.
00:35:04: Dann hat sich die ganze Lage schon ein bisschen beruhigt.
00:35:08: Da wurde die Leute dann endlich mal ein bisschen klar.
00:35:12: Am Anfang wusste ja keiner was, wo wie und so... Und dann wurde auch gleich die E-Zilfe München auch gegründet mit den Kontomen und das und so.
00:35:25: Dann kamen ja die ganzen Kontomgeschichten aber die E Zilfe habe in München eine Traumarbeit gemacht.
00:35:33: Eine kleine Gruppe hat diese Organisationen damals gegründet in München.
00:35:40: Das ist heute ein großer Verein und so, die sind von lokal zu lang lokal gegangen haben diese Kondome kostenlos verteilt und das fand ich schon eine tolle Idee.
00:35:54: Ich war natürlich immer so ein vorsichtiger Mensch.
00:36:00: Ich habe natürlich auch mein Sex gehabt aber ich habe mehr Blümchensex gemacht also die Herzchorart und das war nicht mein Ding.
00:36:10: Also ich war immer im Bett männlich, auf der Bühne weiblich im Bett war ich der Mann also nicht.
00:36:20: Und ich habe immer darauf geachtet und bin vorsichtig gewesen.
00:36:25: Ich hab auch in der Zeit, muss ich ehrlich sagen, wo das Ganze ist, hab ich ab und zu mal einen Boschen mitgenommen Und aber ich war knallhart und so.
00:36:38: Ich habe immer gleich gefragt, was ist Sache?
00:36:41: Bist du HIV-positiv oder nicht?
00:36:44: Peter das ist natürlich wo Du das alles erzählst eine wahnsinnig tragische Zeit.
00:36:54: Das kann man sich ja also viele gerade auch in der ganzen heutigen Szene können sich das gar nicht mehr vorstellen.
00:36:59: von
00:36:59: dem
00:37:01: was Du erzählt
00:37:02: hast.
00:37:03: Ja, ich war mehr auf Riedhöfen wie in Restaurants.
00:37:06: Jeden zweiten Tag waren die Beerdigung.
00:37:09: Ich bin überall hier gegangen!
00:37:11: Was du ja auch gesagt hast.
00:37:13: um so wichtiger diese fantastische Arbeit, nicht nur der Elzhilfe München sondern eben auch deutschlandweit die er dann im Nachgang da auch alle gegründet worden sind oder nach wie vor.
00:37:23: Wir sind hier in Berlin.
00:37:24: Die Elzhelfe Berlin, was ich allerdings erschreckend finde Markus zum Teil das immer noch so viel.
00:37:30: also das ist natürlich toll dass es dieser Aufklärung über HIV gibt und aber auch irgendwie erschrecken dass das immernoch so notwendig ist ne?
00:37:39: Dass die Leute immer noch nicht genau Aufgeklärt sind, dass es diese Krankheit gibt.
00:37:45: Wo man daher sagen muss, dass die Queer-Community da immer weiter vorne mit dabei ist, finde ich als ...
00:37:50: Ja, ist natürlich deutlich mit dabei.
00:37:52: also wenn wir mal gucken so wie hatten das schon.
00:37:55: Ich weiß gar nicht, glaube ich auch mit anderen Folgen schonmal gesagt, ... ein Heterofreundeskreis hat und da immer so... Da sind es auch so STI-Tests gar nicht so gang.
00:38:04: Und also überhaupt, dass man sich damit konfrontiert mit diesem Thema.
00:38:07: Weil das ist soweit weg.
00:38:09: Also das hat man ja in dieser ganzen Queeren Community gar nicht sehr.
00:38:13: Nee, Peter wie du ja auch schon sagtest viel offener mit um, ne?
00:38:16: Mit dem Thema.
00:38:18: Richtig!
00:38:18: Ja aber damals war natürlich die jungen Leute heute Aber auch die Hetermenschen können sich das gar nicht vorstellen, was es damals für eine Zeit war.
00:38:39: Ich habe immer gesagt also noch schlimmer kann es nicht kommen und so.
00:38:43: aber wenn man dann sieht wie Menschen mit denen man jahrelang verbracht hat auf nur gesehen hat und alles und so.
00:38:55: Das sind auch viele Freundinnen von mir Frauen an der Krankheit gestorben und wie sie gestorbt sind.
00:39:03: Das kann man sich nicht vorstellen, wenn man es nicht am eigenen Leib gesehen hat.
00:39:11: und was ich dann erlebt habe nachdem die Menschen gestorban sind ein ganz lieber Freund von mir mit dem bin ich immer in die Ofer gegangen denn ich bin für eine Show gekommen Und bin direkt zu ihm gefahren und er hat mich dann noch gebeten, ich sollte doch Touren dort auflegen.
00:39:36: Er möchte ein bisschen Musik hören und immer gesagt machen aber laut weil es ist so schön und so ist dann in meinen Armen gestorben und ich saß dann in dieser Wohnung bei ihm und habe dann versucht einen Arzt zu erreichen.
00:39:52: erst morgens ist einer gekommen der die Leichenbeschauung gemacht haben, den Totenschein ausgestellt habe.
00:40:00: Solche Dinge hab ich mehrmals erlebt.
00:40:01: also es war schon sehr traurig dass die eigene Familie dann ihr Kind im Stich lassen nichts mehr von ihm wissen wollen und alles und so.
00:40:12: das war das Schlimmste eigentlich an dieser ganzen Krankheit.
00:40:17: dass die Menschen so verachtert wurden geht mir heute noch nicht ganz runter.
00:40:26: Ja, das kann ich gut nachvollziehen.
00:40:28: Herr Ambacher Mann, Markus Ichrutsche immer wieder entzieht.
00:40:31: Das ist immer so hier in der Polizei manchmal mit Leuten von X-Tensies... Peter
00:40:35: oder Pegi?
00:40:38: Peter!
00:40:40: Wie nimmst du das jetzt mal zum Abschluss?
00:40:42: Wie nennst du, dass denn heute war?
00:40:44: Wie ist die queere Community heute aus deiner Sicht?
00:40:47: Nimmst Du Veränderungen wahr?
00:40:49: Ist es, also wenn du das von heute und damals miteinander vergleist?
00:40:54: Also die Veränderungen sind muss ich ehrlich sagen sehr, haben sich sehr verändert.
00:41:03: Ich habe ja dann wo sich alles etwas beruhigt hat und so gibt's immer noch.
00:41:10: Es gibt so viele Menschen, die noch AIDS haben.
00:41:13: gut sie haben den Virus in sich.
00:41:17: aber In der heutigen Zeit, wo ich dann wieder drauf wacht wurde... ...als wir jetzt die Pandemie hatten.
00:41:26: Als es mit dieser Pandemie angefangen hat und habe gedacht, oh Gott, das willen!
00:41:33: So ähnliche Zustände für dich wieder hoch oder?
00:41:36: Aber ich musste ehrlich sagen Die Pandemie hat mich mehr für dich gemacht als diese AIDS-Zeit.
00:41:45: Und aber so war's bei AIDS auch Die Pandemie war vorbei.
00:41:51: Es hat sich normalisiert, heute redet keiner noch über die Pandemie, über Corona – die wenigsten!
00:42:00: Man sieht so ein Leben.
00:42:01: bei AIDS war es aber genau so.
00:42:04: AIDS hat sich so langsam aus den Köpfen von den Leuten raus geschlichen und irgendwann hat man da auch gar nicht mehr geredet drüber und so Und weil ich wieder in die Lokale gegangen habe, wieder getan.
00:42:20: Es hat sich wieder umarmt und alles war wieder wie früher.
00:42:24: Ich hatte mir damals auch immer gedacht, man muss trotzdem aufpassen.
00:42:30: Ich glaube das hat sich erst nach einem Jahrtausendwechsel so richtig wieder in den Menschen reingebrägt.
00:42:42: Peter du hast es auch gesagt also dass du ja eben auch noch mit der rosa Liste und den älts Stiftung viel Arbeit ist.
00:42:51: Da möchte ich auch nochmal überhaupt Danke sagen an alle Ehrenamtlichen, die ja überhaupt in den ganzen Stiftungen und Ämtern zuständig sind um eben auch diese ganze Thematik oder da weiter Aufklärung leisten und natürlich dazu beitragen dass es Ja, vielleicht auch das ist nicht mehr so stigmatisiert behaftet ist wie früher.
00:43:14: Und dass diese Krankheit einfach die Aufmerksamkeit bekommt, die sie eben braucht?
00:43:19: Also generell alle Krankheiten, die sowohl Männer als auch Frauen treffen können... Und Peter, wir bedanken uns ganz, ganz doll dass du dir heute morgen ja obwohl du heute Abend deine Premiere von deiner neuen Show hast die Zeit genommen hast und mit uns deine Geschichte geteilt hast für dieses Special was wir dieses Jahr haben.
00:43:39: Wir hätten uns keinen spanneren Gast vorstellen können!
00:43:42: Wir wünschen dir alles Gute.
00:43:44: für heute Abend sagt man noch Toi toi toi Markus.
00:43:46: ich bin so
00:43:47: lange raus aus dem Wachstum.
00:43:47: Ja ehrlich?
00:43:48: Als um Beinbruch.
00:43:52: Und vielleicht... Ja?
00:43:56: Vielen Dank.
00:43:57: Es hat mich auch sehr gefreut, es war ja auch sehr schön wie der Matthias mit Matthias hier das Gespräch und alles und so.
00:44:06: Das war ja alles toll!
00:44:07: Ja, Matthias ist fantastisch.
00:44:08: Matthias holt immer für uns alles raus, auch hier in der Polizei wenn wir ein bisschen unsympathischer wirken.
00:44:15: Ist Matthias der Zauberer, der das immer alles für uns gerade biegt.
00:44:20: Aber Peter, wir hoffen, dass wir dich mal im München dann vielleicht auch live auf der Bühne sehen können.
00:44:24: Wenn wir das mal in unserem Dienstleben schaffen sollten ... Ja?
00:44:28: Das wäre
00:44:29: schön!
00:44:31: Ansonsten alles Gute für Dich und wir wünschen dir viel Spaß heute Abend.
00:44:36: Ganz viel Erfolg heute Abend mit der Show.
00:44:38: Danke schön euch auch und danke schön fürs diesen tollen Podcast.
00:44:42: Ja, sehr gerne.
00:44:43: Danke, dass
00:44:44: du da warst.
00:44:44: Ich
00:44:44: wünsche euch einen schönen Tag.
00:44:47: Danke
00:44:47: dir auch.
00:44:48: Tschüss.
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